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Ergebnisse und Probleme mikromagnetischer Messungen im Rahmen geologischer Kartierungsarbeiten

Lauterbach, R.

Kurzfassung

Die geologische Kartierung im Gebirgsland wie im Flachland ist ein für angewandtgeophysikalische Hilfeleistung durchaus aufnahmefähiges Gebiet. Jede geophysikalische Aufnahme, gleich welcher Art, erbringt dafür wichtige Gesichtspunkte. Hier ist aber an eine spezielle geophysikalische Flachkartierung gedacht: das Verfahren der Hammerschlagseismik, die geoelektrischen sogenannten Widerstandsmessungen und die mikromagnetische Methode. Hammerschlagseismik und Geoelektrik ermöglichen die Sammlung von Hinweisen vor allem auf die substantielle Variation im obersten Untergrundsprofil, mikromagnetische Messungen solche struktureller Art. Da die ersten beiden Verfahren besser bekannt sind, das letztere jedoch neueren Datums und infolgedessen weniger verbreitet ist, wird auf dieses kurz eingegangen. Die Mikromagnetik untersucht die "Rauhigkeit des erdmagnetischen Feldes", d. h. die Elementaranomalien, die sich den magnetischen Störungen der anderen Größenordnungen überlagern. Diese meist deutlich gestreckten Anomalien im Meterbereich hängen mit wichtigen petrogenetischen und tektonischen Zustandsgrößen eng zusammen. Da ist zunächst die transportbedingte fahnen- und streifenartige Materialsonderung bei Lockersedimenten, die sich als gleichgerichtete Streckung der Mikroanomalien erfassen und richtungsstatistisch noch besonders verdeutlichen läßt. Der ganze Formenkreis junger Sedimente ist auch ohne geologischen Aufschluß hinsichtlich seiner Schüttungsrichtungen der Analyse zugänglich. Aber auch Fluidaltexturen von Vulkaniten und Fließbau von Plutoniten sowie bei wenig magnetisch wirksamen Gesteinen die Hauptkluftrichtungen lassen sich gut erfassen. Zahlreiche geologisch-tektonische und petrographische Begleituntersuchungen haben die Realität dieser Zusammenhänge und die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse erwiesen. Derartige Messungen lassen sich ohne Schwierigkeiten bei Beachtung einiger notwendiger technischer Maßnahmen mit einer guten, völlig einwandfreien magnetischen Feldwaage in befriedigend kurzen Zeiten ausführen. Da sehr genaue und dichte Meßnetze erforderlich sind, wird in Testflächen von etwa 10 x 10 m bis 30 x 30 m stellvertretend für eine weitere Umgebung gemessen. Einen großen Fortschritt für die Meßtechnik hat die Einführung des Protonenmagnetometers gebracht. Mit seiner Hilfe wurde die Meßgenauigkeit gesteigert, die Einzelmessung beschleunigt und die Möglichkeit an die Hand gegeben, mit raschen Messungen in zwei oder drei Niveaus auch Tiefenabschätzungen vorzunehmen (bei äolischer Überwehung z. B. wichtiges Diagnostikum). Diese Methode eignet sich für den Einsatz bei der Kartierung im Gebirgsland als auch besonders im Flachland. Es ist zu hoffen, daß sie bald verbreitet eingesetzt wird, um ihre Aussagemöglichkeiten zu nutzen.