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Kreide-Serpuliden

Regenhardt, H.

Kurzfassung

Der spezielle Teil des Vortrages wird behandelt in den Mitteilungen aus dem Geologischen Staatsinstitut in Hamburg, Heft 30, 1961. Die Untersuchungen fußen auf Serpuliden-Material, welches in langjähriger Aufsammlung von wichtigen Kreide-Fundpunkten Mitteleuropas zusammengetragen wurde (Coll. BRANDES u. Coll. VOIGT). Die bisher bekannten Kreide-Serpuliden werden zumeist in der Sammelgattung Serpula geführt. Es wurde angenommen, daß die Mannigfaltigkeit in der Gestalt, der Windung und der Anheftung der Röhren ausschließlich durch Umwelteinflüsse entsteht. Diese Ansicht, daß es sich um Reaktionsformen handelt, wurde widerlegt. Die Untersuchung ergab zahlreiche neue Arten und Gattungen. Perforationen der Röhren haben keinen diagnostischen Wert, denn sie stammen von Synöken. Dornen, die nach der bisherigen Ansicht infolge der Bauweise bei Serpuliden nicht entstehen können, sind bei Spirorbinae in der Gattung Neomicrorbis ROVERETO und bei Serpulinae in der Gattung Vepreculina n. gen. vorhanden. Der Röhrenquerschnitt bei Hepteris n. gen. zeigt eine siebenzählige radiäre Symmetrie (Bilateria!). Unter den Filograninae zeigt die Gattung Sarcinella n. gen. eine soziale Bauweise. Der größte Röhrenquerschnitt (1 cm) tritt in der Gattung Parsimonia n. gen. auf. Spiraserpula n. gen. hat die längsten Röhren: Länge bis 20 cm, Röhrendurchmesser 2 mm. Deckelabdrücke oder das Operculum selbst liegen nur von Vertretern der Ditrupinae vor.