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Spuren altvaristischer Bewegungen im nordöstlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges (Referat über eine gemeinsame Untersuchung mit P. KRONBERG, A. PILGER und A. SCHERP)

Ziegler, W.

Kurzfassung

Das Devon des Rheinischen Schiefergebirges ist mindestens von zwei großen varistischen Faltungen betroffen worden. In den inneren und südlichen Teilen, so z. B. im Siegerland, wurde es altvaristisch (bretonisch) gefaltet. Hier haben THIENHAUS (1954), BAUER (1954) und KNEUPER (1954) gezeigt, daß der Eisenspat während der Faltung ausgeschieden wurde. Auf der Grube Füsseberg wird er von einem Diabas durchbrochen und zu Magnetit verändert. Der Diabas ist offensichtlich jünger als die Faltung. Wäre der Diabas devonischen Alters, müßte die Faltung im Sinne von DENCKMANN (1912, 1918) präsideritisch (devonisch) sein. Da der Diabas aber sehr wahrscheinlich zum Deckdiabas gehört (vgl. GUNDLACH 1933, S. 33), ergibt sich für diesen Raum ein altvaristisches (bretonisches) Alter der Hauptfaltung. Für altvaristische Bewegungen in den südlichen Teilen des Rheinischen Schiefergebirges spricht auch die übergreifende Lagerung der Gießener Grauwacke und der Kieselschiefer an ihrer Basis (KEGEL 1925, S. 292). In den äußeren Teilen des Rheinischen Schiefergebirges, im Sauerland und in Teilen des Bergischen Landes sowie im Ruhrgebiet wurden Devon und Karbon in ± konkordantem Verband erst jungvaristisch gefaltet. Alt- und jungvaristischer Faltungsbereich überschneiden sich etwas, wobei die Grenzzone des altvaristischen Bereiches mit nordöstlich eintauchenden Faltenspornen in den jungvaristischen Faltungsbereich eingreift. Nach dem Geröll-Bestand des Namurs im Sauerland liegt es nahe, wie GUTHEIL (1960) und KULICK (1960) gezeigt haben, zwischen der altvaristischen und jungvaristischen Faltungszone auch noch eine mittelvaristisch gefaltete Zone anzunehmen, über deren Ausdehnung aber kaum exakte Aussagen möglich sind.