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Beiträge zur geologischen Kenntnis der Sierra de los Organos (Cuba)

Krömmelbein, Karl

Kurzfassung

Zusammenfassung Beschreibung der Abfolge: Cayetano-Schichten, Jagua-Schichten, Viñales-Kalk und Habana-Schichten (etwa höherer Mittel-Jura bis Maastricht) als in sich konkordante, allerdings vermutlich lückenhafte Abfolge. Neu-Einführung der "Hornstein-Schichten" (vermutlich Oberkreide) und Nachweis von Alt-Eozän im Verband mit Viñales-Kalk im Mittel-Abschnitt der Sierra de los Organos. Die Bedeutung der Serpentinit-Vorkommen und kristalliner Gesteine für den Gebirgs-Bau. Darstellung des Gebietes als Groß-Sattel mit Cayetano-Schichten im Kern und im wesentlichen Viñales-Kalk als Flanken. Der S-Flügel des Groß-Sattels wird über weite Erstreckung von der großen "Südrand-Störung" des Gebirges abgeschnitten, andernorts durch ± stark phyllitisiertes oder in Marmore umgewandeltes Mesozoikum gekennzeichnet. Der N-Flügel ist dagegen mächtig entwickelt und durch Schuppung an EW-streichenden, lang-aushaltenden, steil S-vergenten Störungen von Aufschiebungs-Charakter mehrfach wiederholt. Häufig sind die Störungszonen durch das Auftreten von Habana-Schichten, Serpentinit und kristalliner Gesteine gekennzeichnet. Die bisherigen Auffassungen über die Stratigraphie und Tektonik des Gebietes werden besonders an Hand der Profil-Darstellungen erörtert. Eigene Profil-Aufnahmen, eine nach Luftbildern 1:40 000 hergestellte geologische Karte und eine tabellarische Darstellung des geologischen Werdeganges des Gebirges, erläutern die hier vorgetragenen Ansichten, die z. T. erheblich von den bisherigen Darstellungen abweichen. Eine etwa vor-mitteljurassische (variskische?) Orogenese wird für die Umformung der hoch-kristallinen Gesteine verantwortlich gemacht; zeitlich kann sie nicht enger eingeordnet werden. Subhercyne Bewegungen scheinen im Gebiet geringere Bedeutung gehabt zu haben als laramische, auf welche die Verstellungen und disharmonische Verfaltungen der jurassisch-kretazisch-alteozänen Gesteine, insbesondere aber die den Baustil kennzeichnende Schuppung zurückgeführt werden muß. Im zeitlichen Ablauf und der Art der Sedimentation sowie der tektonischen Bewegungen ergeben sich Parallelen mit Teilen von Mexico und Guatemala.