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Ingenieurgeologische Probleme beim Bau der Autobahn in Niedersachsen

Habetha, E.

Kurzfassung

Zusammenfassung Die Aufgaben des Ingenieurgeologen beim Bau einer Autobahn sind durch die vorgetragenen Beispiele bei weitem nicht umrissen. Die verschiedensten Probleme an Gründungsfragen, besonders beim Wechsel Festgestein-Lockergestein, hydraulische Grundbrüche, Fragen der Eignung von Erdbaustoffen im Damm und als Frostschutzschicht usw. beschäftigen den Ingenieurgeologen laufend. Es hat sich dabei immer wieder gezeigt, daß eine Beratung von Fall zu Fall nicht ausreichend, daß eine ständige Mitarbeit unbedingt anzustreben ist. Diese hat bereits bei der Planung einzusetzen, da dem Ingenieurgeologen eine möglichst lange Zeit vor Baubeginn Gelegenheit gegeben werden muß, um die vorhandenen geologischen Unterlagen zu sichten und durch Anfertigung einer ingenieurgeologischen Streckenkartierung soweit zu ergänzen, daß damit bereits die Grundlage für seine Arbeit bei der Baudurchführung gegeben ist. Wem bei einem solchen Bauvorhaben nicht außer den technischen Möglichkeiten auch die geologischen Voraussetzungen bekannt sind, der wird aus Schürfen, Bohrungen und bodenmechanischen Untersuchungen allein zu einem unvollkommenen, wenn nicht gar falschen Bild kommen, das sich in einem geologisch so verwickelt aufgebauten Gebiet auf die Arbeit am Bau entsprechend auswirken kann. Es muß zugegeben werden, daß ein Geologe ohne notwendige Kenntnisse der bautechnischen Möglichkeiten, die Gegebenheiten des Untergrundes zuweilen überschätzen kann und Problemen nachgeht, die für das Baugeschehen nebensächlich sind. Die zusätzlich aufgewendeten Mittel für einen Ingenieurgeologen stehen aber in keinem Vergleich zu dem zu erwartenden Erfolg.