Original paper

Geotechnische Probleme beim Straßenbau in Mesopotamien

von Esbeck-Platen, Hans-H.

Kurzfassung

Zusammenfassung Das verstärkte Straßenbauprogramm der letzten Jahre im Irak hat verschiedene bautechnische Probleme mit sich gebracht, deren geotechnische Natur an einigen Beispielen hervorgehoben wird. Im nördlichen Irak mit seinen jungen Faltenzügen sind es vorwiegend die Ton- und Gipsmergel der Farsserie, die zu Rutschungen und Quellerscheinungen in Straßeneinschnitten neigen. Die Baustoffbeschaffung wird durch die vorwiegend auf das nördliche Mesopotamien begrenzten Baustoff vorkommen zu einem entscheidenden Kostenfaktor des Straßenbaues im südlichen Irak. Für Schotterunterbau aus tertiärem Felsgestein bedarf es dabei einer strengen Materialkontrolle der Verschleißfestigkeit. Die mesopotamischen Schluffe sind für den Straßenbau nur bedingt geeignet, da sie eine hohe Kapillarität und geringe Tragfähigkeit besitzen. Durch verschiedene Stabilisierungsverfahren kann das Planum des Erdbaues verbessert und auch die Böschungserosion behindert werden. Dabei hat sich die Stabilisierung mit Zement trotz des Sulfatgehaltes im Boden bisher am besten bewährt. Im südlichen, vielfach sumpfigen Mesopotamien müssen hohe Dammstrecken durch Sanddrains gegen Grundbruch gesichert werden. Für größere Bauwerke hat sich die schwimmende Pfahlgründung bewährt.