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Baugrundgeologische Probleme in Hamburg (zugleich Mitteilung aus dem Geologischen Landesamt Hamburg Nr. 38)

Niedermayer, Josef

Kurzfassung

Zusammenfassung In Abhängigkeit von dem sehr verschiedenartigen geologischen Bau des Untergrundes von Hamburg, an dem Gesteine von der holozänen Elbmarsch bis zum Keuper/Zechsteinsalinar beteiligt sind, treten bei der Durchführung von Ingenieurbauten aller Art mannigfaltige Probleme auf. Es wird besonders herausgestellt, daß bei dem raschen Mächtigkeits- und Fazieswechsel der einzelnen Horizonte eingehende geologische Vorarbeiten erwünscht und im Bereich des Salinarkörpers unerläßlich sind. 1. Einleitung Die baugrundgeologische Situation Hamburgs wird durch die Lage dieses Stadt-Staates im norddeutschen Flachland inmitten und beiderseits des Elbe-Urstromtales charakterisiert. Der größte Teil des Stadtgebietes wird von quartären Bildungen bedeckt, die in tiefen glazialen Rinnen bis über 400 m mächtig werden können. Sie bestehen aus Ablagerungen dreier Eiszeiten, marinen und organogenlimnischen Interglazialschichten und Bänder- bzw. Staubeckentonen ganz unterschiedlicher Mächtigkeiten. Die jüngsten Ablagerungen sind die holozänen Gezeitenablagerungen der ausgedehnten Elbmarsch mit z.T. stark humosem Klei und Torf. An mehreren Stellen kommen präquartäre Gesteine in den Bereich des Baugrundes. Es sind dies vor allem tertiäre Sande und Tone, die bei vollständiger Ausbildung mehrere hundert Meter mächtig werden. Seit langem bekannt durch mehrere Bohrungen ist das Vorhandensein des Langenfelder Salzstockes, der im Tertiär bis über die Erdoberfläche aufgedrungen ist. In neuester Zeit sind an seiner SO-Flanke auch Keupergesteine angetroffen worden, die für geplante Großbauten von Bedeutung werden können, wie weiter unten noch gezeigt werden soll. Die Vielseitigkeit des Baugrundes von Hamburg verdeutlicht am besten die nachstehende Tabelle 1 der in Hamburg vorkommenden Formationen und ihre petrographische Ausbildung.