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Die Bedeutung gesteinsphysikalischer Untersuchungen bei der geologischen Bearbeitung von Schachtvorbohrungen im Deckgebirge des Ruhrgebietes

Wolansky, Dora

Kurzfassung

Zusammenfassung Im Jahre 1960 sind in der Nachbarschaft der "Recklinghäuser Haard" im niederrheinischwestfälischen Steinkohlengebiet von zwei verschiedenen Bergwerksgesellschaften zwei Schachtvorbohrungen niedergebracht worden, um die Wahl des Abteufverfahrens im Deckgebirge zu bestimmen. Zur Erörterung stand in erster Linie die Frage, ob innerhalb der Schichten des Santons, insbesondere im sog. "Recklinghäuser Sandmergel", das sehr kostspielige Gefrierverfahren oder ein anderes, billigeres Abteufverfahren gewählt werden könne. Die Bohrungen liegen ca. 7 km voneinander entfernt, und zwar Bohrung A am Südwestrande, Bohrung B am Ostrande der Haard. Die durchsunkenen Schichten des "Recklinghäuser Sandmergels" sind gleichaltrig und sehr wasserreich. Die Bohrungen wurden im fraglichen Abschnitt gekernt und stratigraphisch-petrographisch sowie gesteinsphysikalisch sorgfältig untersucht. Dabei ergab sich ein sehr bemerkenswerter Faziesunterschied zwischen beiden Aufschlüssen: Im Falle A ist das Wasser in überwiegend lockeren, fließgefährlichen Schichten als Porenwasser enthalten, im Falle B läuft es in gleichaltrigen, aber verfestigten Ablagerungen als Kluftwasser um. Der Befund führte zu dem Urteil, daß im Falle A beim Abteufen das Gefrierverfahren, im Falle B dagegen das Abteufen von Hand unter Zementierung der wasserführenden Klüfte und Hebung der restlichen Zuflüsse durch Pumpen zu empfehlen sei.