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Einführung in die Exkursion C im Rheinischen Braunkohlenrevier

Quitzow, H. W.; Düro, F.; Schütz, H.

Kurzfassung

Die Exkursion C führte ins Braunkohlenrevier des Niederrheins. Am Rand des Tagebaues Frechen wurde ein Überblick über die Stratigraphie und Tektonik gegeben, über Planung und Abbau sowie über ingenieurgeologische Fragen (die Herren QUITZOW, SCHÜTZ und DÜRO). An der Westseite des Tagebaues war Gelegenheit, die Schollentektonik anzusehen. Nach einer Fahrt entlang der Brunnengalerie Türnich-Mödrath und am Pumpwerk Götzenkirchen vorbei wurde eine Halde im Tagebau Beisselsgrube mit noch nicht zugekippten Teilen eines Rutschkörpers besichtigt. Nach dem Mittagessen im Kasino Fortuna wurde der Tagebau Fortuna mit der alten Rutschung am Oststoß dieses Tagebaues sowie der Tagebau Fortuna-Garsdorf mit den großen Abbaugebieten und einigen kleineren Rutschungen gezeigt. Die Erläuterungen gaben die Herren QUITZOW und SCHÜTZ. 1. Geologischer Überblick (H. W. Quitzow) Abbau eines Braunkohlenflözes von mittel- bis obermiozänem Alter, das im Süden in geringer Mächtigkeit einsetzt und in der Gegend von Bergheim auf annähernd 100 m anwächst. Weiter nördlich Teilung des Hauptflözes in die 3 Teilflöze Garzweiler, Frimmersdorf, Morken durch Einschieben sandiger Mittel mariner und lagunärer Entstehung (Abb. 9). Hierbei wieder Verschwächung der Kohlenmächtigkeit, aber ständige Zunahme der Gesamtmächtigkeit der Hauptflözgruppe (= Kohle + Zwischenmittel). Deckgebirge: Fischbach-Schichten (Sande und Tone des obersten Miozäns), Kieseloolith-Schichten (Sande, Kiese und Tone des Pliozäns), Hauptterrasse (altpleistozäne Rhein- und Maasschotter). Lagerungsverhältnisse: Tektonische Hochlage in der Ville, allmähliches Abtauchen von SE nach NW. Tektonische Versenkung in der Erft-Scholle. Bruchschollenbau an Verwerfungen von meist nordwestlicher Erstreckung, Kippung der Bruchschollen nach NE. Bruchbewegungen noch heute im Gange, Verschiebungen an den Hauptbrüchen 1-2 mm pro Jahr.