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Baugeologie und Gefügemechanik

Müller, L.; Pacher, F.

Kurzfassung

Die Bezeichnung Ingenieurgeologie wird mitunter in sehr verschiedenem Sinne gebraucht, auch werden manche Bücher als Lehrbücher der Ingenieurgeologie betitelt, welche eigentlich mehr eine Bodenmechanik mit einem angefügten Kompendium geologischer Grundbegriffe sind. So sprach STINI lieber von Baugeologie als von Ingenieurgeologie, welche dem Worte nach zu leicht mit der Technischen Geologie gleichgesetzt werden könnte; Baugeologie ist jedoch (z.B. neben Steinbruchgeologie, Wehrgeologie, Montangeologie) nur ein Teil der Technischen Geologie. Sie bewertet die von den geologischen Grundwissenschaften dargestellten Gegebenheiten in ihrer Auswirkung auf Bauwerke, deren Konstruktion und Herstellung. Aus einer rein angewandten Geologie hat sie sich durch spezifische Untersuchungsmethoden und durch die Erarbeitung ihr eigentümlicher Fragestellungen zu einem eigenen Wissenszweig entwickelt. Der erfahrene Baugeologe geht z. B. an Baufragen mit einer ganz anderen Methodik heran, als sie einem Konsilium von Bauingenieuren und Fachgeologen zur Verfügung steht. Nicht als ob der Fachgeologe bei Bauaufgaben entbehrlich wäre, aber Ingenieur und Geologe sprechen nun einmal in zu verschiedenen Sprachen, um einander zu verstehen, um vor allem die richtigen Fragen zu finden, welche allemal die Voraussetzung richtiger Antworten sind. In dieser Zusammenarbeit ist der geschulte Baugeologe der berufene Mittler und Dolmetsch.