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Grundsätzliches über gebirgstechnologische Großversuche

Müller, L.

Kurzfassung

Der Unterschied zwischen den Festigkeitseigenschaften einer Gesteinsprobe und dem natürlichen Felsuntergrund im Gesteinsverband ist noch nicht exakt bekannt; er wird vielfach bis heute nur geschätzt. Man sollte die Festigkeit des Gebirgsuntergrundes gegenüber dem im Laborversuch geprüften Gesteinskörper vorerst möglichst niedrig annehmen! Neben dem Modellversuch im Labor muß der Großversuch an der Baustelle vorgenommen werden, und zwar in situ. Gelegentliche berechtigte Einwendungen dagegen lassen sich mit wachsender Erfahrung über die praktische Durchführung der Großversuche beheben. Da die physikalischen Gesetze statistische Gesetze sind, muß die Größe der Prüfkörper in situ vom Gesteinsgefüge abhängig gemacht und hinreichend bemessen werden. Auch für die Ermittlung vorhandener Spannungen im Gebirge müssen die Versuche in situ durchgeführt werden. Gebirgsfestigkeit ist Verbandsfestigkeit und kann nicht allein aus Materialfestigkeit und Gefügedaten errechnet werden. Der Vortrag ist als Aufsatz in "Geologie und Bauwesen" 27, S. 3-8, Wien 1961. erschienen.