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Zur Auswertung felstechnologischer Großversuche

Pacher, F.

Kurzfassung

Ziel der Großversuche in situ und ihrer Auswertungen ist die Gewinnung brauchbarer Angaben über das Festigkeits- und Formänderungs-verhalten des Felsuntergrundes für alle in Frage kommenden Lastfälle. Die Felstechnologie beschreitet in dieser Richtung neue Wege und will durch parallele Durchführung von Großversuchen in situ, Modellversuchen, spannungsoptischen Untersuchungen und festigkeitstheoretischen Verfahren die Abhängigkeit von der Gefügefestigkeit, dem Gefüge selbst, sowie der Belastung klären. Es steht fest, daß Anisotropie und Belastungsart im Felsbau eine Rolle spielen, die keinesfalls vernachlässigt werden darf. Die bei den Großversuchen erhaltenen, relativ großen und nur z. T. rückläufigen Bewegungen die bereits bei niedrigen Belastungsstufen auftreten, zwingen bei der Festlegung der zulässigen Beanspruchung des Baugrundes zu einer ganz besonderen Beachtung der Deformation. Der Vortrag ist als Aufsatz in "Geologie und Bauwesen" 27, S. 29-32, Wien 1961, erschienen. Diskussionsbeiträge zu den bisherigen Vorträgen: BEURLE, OTT, LANGER, DENKHAUS, STANDER, EVERLING, KRSMANOVIC, LINK, JAEGER. Die Diskussion bestätigte, daß Großversuche zur Vermeidung von Gefahren und Fehlschlägen bei großen Bauwerken immer in Betracht gezogen werden müssen, daß sie wegen ihrer hohen Kosten jedoch nicht überall angesetzt werden können. Eine Verbindung von Modellversuch und Naturversuch kann weitgehend zur Klärung der geomechanischen Verhältnisse beitragen.