Original paper

Geological Tests on a Model in accordance with the true Structure of the Vajont Dam

Pancini, M.

Kurzfassung

Die ersten Versuchsreihen hat man an einem Modell der Vajont-Sperre gemacht, dessen Widerlager aus einem einheitlichen und homogenen Material bestehen. Zur Vervollständigung dieser Versuche ist bei der ISMES in Bergamo ein weiteres Modell des Sperren-Widerlagers im Maßstab 1:85 konstruiert worden. Das innere Gesteinsgefüge des Sperrenuntergrundes ist unter Berücksichtigung der Schichtungs- und Kluft-Fugen möglichst naturgetreu reproduziert worden. Dazu wurden 3200 parallelflächige Einzelblöcke, deren Gewicht dem des natürlichen Fels maßstäblich entspricht, aneinander- und übereinandergeschichtet. Für die Bindung an den Kontaktflächen der einzelnen Blöcke wurde folgende Anordnung gewählt: a) Es wurde ein Bindemittel verwendet, dessen Biegefestigkeit einem Viertel jener der Blöcke entspricht; b) es wurden zur Reproduktion des Gesteinsgefüges Oberflächen mit einem Reibungswinkel von 45° sowie mit einem solchen von 30° gebildet. Dieses aus Sperre + Felsuntergrund kombinierte Modell wurde hydrostatischen Belastungsproben unterworfen, und zwar zunächst entsprechend dem höchsten Stauspiegel und dann noch 38 m darüber. Um die Belastung noch mehr zu vergrößern, wurden außer Wasser Flüssigkeiten mit einem spezifischen Gewicht von 1,3 und 1,5 (g/cm3) verwendet. Auch unter diesen Bedingungen hat das Modell den Versuch ohne Bruch überstanden. Bemerkenswerte Verschiebungen erfolgten in den Widerlagern. Ferner entstanden im oberen Teil der Sperre (Krone) Risse, da dieser nicht für die obengenannte Überbelastung durch eine schwerere Flüssigkeit und einen Überstau von 38 m entworfen worden war. Für die Durchbiegung des Mittelschnittes in der Sperre selbst, die in dem zunächst verwendeten Modell mit homogenem, einheitlichem Widerlager und dann in dem Blockmodell festgestellt worden ist, ergaben sich beachtliche und interessante Vergleichswerte. Zur Zeit läuft eine Versuchsreihe am gleichen Modell, welche zu den bisherigen noch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einbezieht.