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Die physikalischen Grundlagen des Gefrierverfahrens

Ständer, W.

Kurzfassung

In den vergangenen 50 Jahren ist das Gefrierverfahren vorwiegend im Schachtbau angewendet worden, läßt sich jetzt aber auch im Bauwesen rationell verwenden. Es werden Berechnungsmethoden und Modelluntersuchungen mitgeteilt, welche die Schließzeiten der Frostkörper im voraus zu bestimmen gestatten, und zwar bei strömendem und nichtströmendem Grundwasser. Der Einfluß des Rohrabstandes auf die Frost-Ausbreitungsvorgänge wird untersucht. Die Frostbildung wird bei größerem Rohrabstand nicht in dem Maß verzögert wie erwartet. Die Untersuchung der vertikalen Temperaturverteilung in den Gefrierrohren und die daraus sich ergebenden Frostkörper-Formen sind besonders für tiefe Gründungen von Interesse. Für strömungstechnische und wärmetechnische Verhältnisse werden optimale Rohranordnungen angegeben; die bisher üblichen Rohranordnungen sind meist ungünstig. Für das strömende Grundwasser gelten zum Unterschied vom stehenden Grundwasser besondere Beziehungen, deren Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist.