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Einige Erfahrungen aus der Praxis des Tunnelbaues - Versuch ihrer Deutung

von Rabcewicz, L.

Kurzfassung

Es werden Vorgänge beschrieben, die in einem verkleideten Tunnel im weichen Fels unter statischer Belastung (Gewicht, tektonische Kräfte oder Quetschung) auftreten. Der Druck bewirkt ein Abscheren der Verkleidung in der Hauptspannungs-Richtung. Die gesamte Bruchzone wandert gegen den Hohlraum, und zwar immer senkrecht zur Richtung der Hauptspannung, wie Versuchsergebnisse bestätigt haben. Anisotropie im Fels, besonders die Schichtung des Gesteins, schwächt die Haltbarkeit des Gebirges. Die Verformung findet im allgemeinen in zwei Stufen statt: 1. Die Teile parallel zur Hauptspannungsrichtung werden abgeschert und einander genähert; 2. Firste und Sohle des Stollens wandern in den Hohlraum des Tunnels. Die gleichen Zerstörungen konnten auch bei Bombeneinschlägen beobachtet werden. Es werden die neuesten Erkenntnisse über Spritzbeton-Auskleidung sowie über kurzfristige oder bleibende Verankerung im weichen Fels mitgeteilt.