Original paper

Vorweisung einer Karte des präkretazischen Untergrundes Nordwestdeutschlands

Nodop, I.

Kurzfassung

Auf der 113. Hauptversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft im September 1961 in Hamburg hatte der Verfasser die Ehre, namens der deutschen Erdölgesellschaften eine Karte des präkretazischen Untergrundes Nord-Westdeutschlands vorzuweisen, die als Buntdruck im Anhang beigefügt ist. Diese Karte, die erstmals ein lückenloses Untergrundbild des nordwestdeutschen Beckens zeigt, wurde aus Explorationsergebnissen aller deutschen Erdölgesellschaften zusammengestellt, wobei es vornehmlich die Ergebnisse der Reflexionsseismik waren, denen die Karte ihre jetzige Komplettierung verdankt. Das vorhandene Unterlagenmaterial, das für die vorliegende Kartierung durchgesehen werden mußte, ist äußerst umfangreich. Im Gebiet des nordwestdeutschen Beckens wurden seit Wiederaufnahme der Explorationstätigkeit nach dem Kriege nahezu 200 000 seismische Schußpunkte vermessen und über 1 400 000 Aufschlußbohrmeter niedergebracht. Wenn es trotz dieser großen Aufschlußleistung nicht früher möglich war, ein lückenloses Untergrundbild zu erstellen, so liegt das ausschließlich an der Kompliziertheit des nordwestdeutschen Beckens, das in seiner Untergliederung in kleine und kleinste Einzelsenken verschiedensten Alters und verschiedenster Persistenz eine überall stratigraphisch gesicherte Verfolgung der seismischen Horizonte bislang verhindert hat. Die letzten "weißen Flecken" konnten erst durch die jüngsten Ergebnisse ausgefüllt werden, wenngleich auch heute noch nicht alle Teilsenken durch eine Bohrung aufgeschlossen sind. Die stratigraphische Zugehörigkeit der Füllsedimente ist nach den gemachten Erfahrungen in den meisten Fällen heute jedoch ziemlich sicher anzugeben. Die wenigen zweifelhaft gebliebenen Flächen sind in der Karte doppelfarbig schraffiert. Parallel mit der Komplettierung des Untergrundbildes hat sich auch die Genauigkeit der Aussage erheblich verbessern lassen. So dürften die angegebenen Verbreitungsgrenzen der einzelnen Jura- und Triasstufen bei dem gewählten kleinen Maßstab kaum noch Änderungen erfahren. Die Kartierung darf daher als abgeschlossen und in ihren Grundzügen auch als endgültig betrachtet werden. Im folgenden sei die vorliegende Darstellung kurz erläutert. Dabei sei erwähnt, daß es nicht Aufgabe dieser Arbeit sein sollte, eine tektonische Analyse zu versuchen. Zunächst einige allgemeine Bemerkungen zur Darstellung selbst: ...