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Jura und Unterkreide in Dänemark

Sorgenfrei, Theodor

Kurzfassung

Einleitung Jura- und Unterkreideablagerungen sind, wie bekannt, im südskandinavischen Raum sehr dürftig aufgeschlossen, da sie nur in der fennoskandischen Randzone, in Schonen und auf der Insel Bornholm zu Tage kommen. Im nordwestlichen Schonen trifft man Rhät und Lias im Gebiet von Helsingborg, nur 5 km östlich von Helsingör auf Seeland, wo die Oberkreide den prädiluvialen Untergrund aufbaut. Ausgehend von der Bohrung bei Lavö, etwa 30 km westlich von Helsingör, wo die Oberkreide insgesamt ungefähr 2000 m mächtig ist, darf man annehmen, daß zwischen Helsingör und Helsingborg eine Verwerfung vorliegt mit einer Sprunghöhe von 2000 m oder mehr. Weiter im Südosten in Fyledalen gehen steil abfallende jurassische Schichten wieder zu Tage, und zwar sandiger Lias mit Eisenoolithen in einer Mächtigkeit von etwa 140 m, darüber eine Schiefer-Sandstein-Serie von 260 m, und endlich zuoberst die sogenannte Grünton-Serie, deren Mächtigkeit von STENESTRÖM auf 200 m geschätzt wird. Die mittlere Abteilung der Schiefer-Sandstein-Serie mag mitteljurassischen Alters sein, und sowohl nach den Untersuchungen STENESTRÖMS als auch nach den letzten mikrofaunistischen Untersuchungen von OERTLI, BROTZEN und BARTENSTEIN ist die Grünton-Serie oberjurassischen Alters. Endlich finden wir auf der Insel Bornholm eine Liasserie, die aus einer unteren und oberen braunkohleführenden Abteilung und einer dazwischenliegenden marinen Zone des Lias Gamma besteht. Eine Schichtlücke trennt die Liasserie von der darüberliegenden Rabekke-Formation, die zum Purbeck gerechnet wird (GRY 1956). GRY nimmt an, daß die Liasserie auf Bornholm insgesamt mehr als 700 m mächtig ist und daß die als Wealden-Purbeck bezeichneten Schichtpakete im Mittel wohl ungefähr 165 m mächtig sind.