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Zur Frage der "buchenführenden" Interglaziale Norddeutschlands

Averdieck, F. R.

Kurzfassung

Über An- und Abwesenheit der Rotbuche (Fagus silvatica L.) im Pleistozän Norddeutschlands ist zwar noch nicht das letzte Wort gesprochen, doch muß nach dem jetzigen Stand der Forschung mit ihrem Fehlen in den Interglazialen gerechnet werden, mit Ausnahme des ältesten, des Tegeleninterglazials. Die älteren botanischen Untersuchungen haben zum Teil recht gegensätzliche Resultate geliefert. Bei pollenanalytischen Neubearbeitungen einiger "buchenführender" Interglaziale ergab sich, daß entweder Buchenpollen gänzlich fehlen und somit Fehlbestimmungen vorlagen (z. B. Schelag = Schilling bei Posen, SZAFER & TRELA 1928, SRODON 1956), oder Buchenpollen tatsächlich und z. T. reichlich vorkommen, die Ablagerungen aber auf Grund früher unbekannter Indizien nicht in das Pleistozän gestellt werden dürfen (z. B. Eichenberg HECK 1928, CHANDA 1960). Wo hingegen Buchenpollen aus interglazialer Lagerstätte sicher bestimmt worden sind, lassen die Niedrigkeit der Frequenzen und der starke Mineralgehalt der Sedimente den Verdacht auf Einschwemmung älteren Materials nicht ausschließen (z. B. Bilshausen, LÜTTIG & REIN 1954, Johnsbach, STARK & OVERBECK 1932). Durch Untersuchungen des Verf. konnten die nach WEBER (1893, 1912) buchenführenden Interglazialablagerungen Schleswig-Holsteins überprüft und eingestuft werden. So wurde für das wegen der angeblichen Rotbuchenbeteiligung lange umstrittene Interglazial von Fahrenkrug bei Segeberg eemzeitliches Alter mit der gewohnten Vegetationsfolge ohne Buche ermittelt. Als weiteres norddeutsches "Interglazial mit Buche" ist in Hamburg-Bergedorf ein unter Sandbedeckung geratenes postglaziales Moor beschrieben worden (AVERDIECK 1958). Während also vom Cromer- bis zum Eeminterglazial bisher kein sicherer Beweis für ein Indigenat der Buche vorliegt, sind unzweifelhafte und z. T. hohe Buchenpollenwerte aus dem Alpen- und Alpenvorlande beschrieben worden (FIRBAS, LÜDI 1953). Da es sich hierbei um möglicherweise letzteiszeitinterstadiale Lagerstätten handelt, könnten Beziehungen zu vereinzelten Buchenpollen in autochthonen Torfen weichselinterstadialen Alters (Ferneinwehung) bestehen, die auch in Norddeutschland anzutreffen sind. Es wird nachgewiesen, daß der Kupferschiefer die gleichen Gesetzmäßigkeiten der Metallverteilung zeigt wie der Graue Hardegsen-Ton.