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Neue Untersuchungen an Triasriffen in den Alpen (Mit 1 Abbildung)

Zankl, H.

Kurzfassung

Riffbildungen haben im Profil der Trias der Nordalpen und Südalpen einen bedeutenden Anteil (s. Tabelle 1). Unsere Kenntnisse über den Bau dieser Riffe sind noch sehr unvollkommen, und erst in den letzten Jahren hat man das Studium an den kalkalpinen Riffen mit einer sedimentpetrographischen und paläontologischen Bestandsaufnahme begonnen; regionale Schlußfolgerungen sind bis jetzt noch nicht möglich. In den Südalpen haben seit den klassischen Arbeiten von MOJSISOVICS (1879) über die Dolomit-Riffe Südtirols und Venetiens erst LEONARDI & ROSSI (1957) wieder eine Studie dem Problem der Riffbildungen in den Dolomiten gewidmet. In den nördlichen Kalkalpen liegen aus dem Bereich der Bayerisch-Nordtirolischen Fazies neue Arbeiten über Litho- und Biofazies der Riffe des Oberrät vor (nach FABRICIUS, 1959: Rätolias-Riffkalk). Hier untersuchten A. G. FISCHER und OHLEN (OHLEN, 1959) am Steinplattenriff bei Waidring in Tirol die Faziesübergänge von der Riffaußenzone über den Riffkern zur Riffinnenzone (bach-reef). Zwischen Loisach und Inn konnte FABRICIUS (1960) für das Rät eine Gliederung des Bayerisch-Nordtirolischen Faziesraumes in Schwellenzonen mit Riffbildung und Beckenzonen mit mergeliger Sedimentation entwerfen. Im Bereich der Berchtesgadener Fazies bereitet E. FLÜGEL eine Monographie der riffbildenden Organismen aus dem Dachsteinriffkalk der Donnerkogel-Gruppe im Gosaukamm (Dachsteingebiet) vor (FLÜGEL, 1960). Diese monographische Bearbeitung ist erst nach einer umfassenden Revision der triassischen Riffbildner möglich; die Revision der triassischen Hydrozoen ist bereits abgeschlossen (FLÜGEL & SY, 1959). Die eigenen Arbeiten gelten den norisch-rätischen Riffen im Dachsteinkalk der Berchtesgadener Alpen. Diese Riffbauten sind durch die massige Ausbildung des Dachsteinkalkes gekennzeichnet. Seitlich geht die massige Fazies in den gebankten Dachsteinkalk vom Loferer Typus über, der vermutlich in weiten Lagunengebieten abgelagert wurde. Es lag nahe, im massigen Dachsteinkalk die Riffkerne mit dem ursprünglichen, biogenen Riffgerüst zu vermuten, wo sich die riffbildenden Organismen noch in Lebensstellung finden.