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Zur Geologie des Aartales im Taunus

Mittmeyer, J.

Kurzfassung

Untersuchungen in den Hunsrückschiefern des südlichen Aartales haben einige neue Gesichtspunkte in der Frage der Hunsrückschiefer-Untergliederung und damit in der tektonischen Darstellung des Gebietes ergeben. Danach beruhen die Schwierigkeiten der faziellen Hunsrückschiefer-Untergliederung weniger auf seitlichem Fazieswechsel als auf tektonischen Komplikationen, und zwar in erster Linie auf Störungen größeren Ausmaßes, ferner auf sekundären (tektonischen) Mächtigkeitsschwankungen. Mit Hilfe eingehender feinstratigraphischer und kleintektonischer Kartierungen ist es gelungen, mindestens die großen Störungen direkt zu erfassen und schließlich die Profile ohne besondere Schwierigkeiten zu parallelisieren. Dabei zeigte sich, daß die fossilführenden Grauwackenquarzite des Aartales ("Bornicher Schichten" n. FUCHS 1930) nicht wie bisher angenommen über, sondern unter den Kauber Schichten auftreten, entsprechend den Verhältnissen im Rheintal (ENGELS 1955, Scheuersandstein) bzw. im Hunsrück (NÖRING 1939, Zerfer Schichten z.T.). Die faziell-stratigraphischen Befunde konnten durch biostatistische Untersuchungen an der Spiriferen-Fauna der Quarzite (insbesondere an Hysterolites arduennensis antecedens) bestätigt werden. Zum Beispiel ist es gelungen, die Parallelisierung der Quarzite mit Hilfe einer statistisch erarbeiteten faunistischien Aufgliederung (in eine obere und eine untere fossilführende Partie) zu stützen. Die Entwicklungshöhe der Spiriferenfauna der Quarzite spricht insgesamt für ein höheres als Bornicher (= tiefes Unterems n. ENGELS 1955) Alter.