Original paper

Geologie und Lagerstätten Angolas

Pauly, E.

Kurzfassung

In fünfjähriger Tätigkeit in Angola als Montan-Geologe und als Mitarbeiter am "Serviços de Geologia e Minas" (Geol. Landesamt) wurden die meisten der bekannten Lagerstätten Angolas untersucht und alle bis jetzt vorliegenden Ergebnisse geologischer Forschung in Portugiesisch-Westafrika gesichtet und systematisch ausgewertet. Da in den letzten Jahren in Angola eine sehr rege bergbauliche Tätigkeit zu verzeichnen ist und da die portugiesische Regierung die geologische Forschung stark intensiviert, sind die Ergebnisse der Arbeiten sehr umfangreich und können in einem kurzen Vortrag nur sehr zusammenfassend und angenähert referiert werden. Eine eingehende Darstellung der geologischen Verhältnisse und Zusammenhänge wird in einer umfangreicheren Veröffentlichung gegeben werden. Geologisch und geographisch läßt sich Angola in drei Großabschnitte einteilen. Süd-Angola, soweit bis jetzt bekannt, besteht in der Hauptsache aus einem riesigen granitischen Pluton, dem an einigen Stellen "Inseln" von metamorphen präkambrischen Sedimenten aufliegen. Der Rio Cuanza, der südlich von Luanda in den Atlantik mündet, markiert die nördliche Grenze Süd-Angolas. Nord-Angola, zwischen dem Rio Cuanza und den Süd-Ausläufern des Kongo-Beckens, baut sich aus präkambrischen, metamorphen und nicht metamorphen Sedimenten auf, in die einzelne Granite eingedrungen sind. Diesen beiden geologischen Haupt-Einheiten nach Westen hin vorgelagert ist der unregelmäßig breite, N-S verlaufende Küstenstreifen. Er setzt sich aus Kreide- und Tertiär-Ablagerungen zusammen; diese Gesteine stellen die Sedimente des kretazischen und tertiären Atlantik dar, von untergeordneter Bedeutung sind terrestrische Bildungen. Die Haupt-Strukturen Süd-Angolas verlaufen in NNE- bis NE-Richtung, in Nord-Angola dagegen herrscht im Faltenbau der präkambrischen Sedimente ein NW-Streichen vor. Im Gebiet des Rio Cuanza findet der Übergang statt, der durch komplizierte tektonische Verhältnisse und eine intensive Intrusions-Tätigkeit gekennzeichnet ist. Die etwa E-W verlaufende Cuanza-Zone markiert den weitesten Vorstoß des mesozoischen Atlantiks nach E, und die alte Küste verlief in etwa parallel mit den beiden Haupt-Streichrichtungen: in Süd-Angola NE, in Nord-Angola NW. Der Grund hierfür sind streichende Störungen, an denen der Atlantikboden absank; im Zuge dieser tektonischen Vorgänge drangen die jüngsten bekannten Vulkanite (spät-kretazische Phonolithe) an den Kreuzungs-punkten der beiden Haupt-Richtungen (in der Cuanza-Zone) ein.