Original paper

Mikrofauna und Stratigraphie des Miozäns und Pleistozäns in Apulien (Süd-Italien)

Knauff, W.

Kurzfassung

Im Frühjahr 1958 sind in der Provinz Lecce (Apulien, Süd-Italien) Bohrungen auf Braunkohle niedergebracht worden. Ihre Auswertung bestätigte zunächst die allgemeine Kenntnis vom Bau des Landes aus drei größeren kalkigen Einheiten: Auf dichtem Oberkreidekalk liegt in Becken kalkig-mergeliges Miozän, über das stellenweise grob-kalkiges Pleistozän transgredierend hinweggreift. Das Miozän liegt überwiegend als sog. pietra leccese vor, ein mergeliges Flachmeersediment aus dem Helvet mit zahlreichen Foraminiferen (u. a. Robulus costatus var. gymnaesicus, Marginulina costata, Nodosaria raphanistrum, Textularia aciculata, Gyroidina laevigata). Örtlich liegt darunter noch ein glaukonitischer, mergeliger Feinsand mit einer Globigerinenfauna, der wahrscheinlich in das ältere Miozän (Aquitan?) gehört, vielleicht aber auch oligozänen Alters ist (u. a. mit Elphidium macellum, Globigerinoides trilobus und Planulina marialana). Limnische Folgen von Ton und Lignit liegen entweder an der Basis des Helvet über der Oberkreide oder im Helvet selbst an der Basis der pietra leccese und werden dann von dichteren Kalken gleichfalls helvetischen Alters unterlagert. Das Pleistozän ist der sog. "tuffo", kein Tuff, sondern ein lockerer Flachmeerkalk mit zahlreichen Kalkalgen und Bryozoen. An Foraminiferen finden sich in ihm Elphidium crispum, Rotalia beccarii und Cibicides lobatulus sehr häufig. Eine Unterteilung in jüngeren und älteren "tuffo", die wegen der teilweise großen Mächtigkeit wünschenswert wäre, ist bisher nicht möglich. Es läßt sich nur sagen, daß die jüngeren Teile des "tuffo" den höheren Anteil an Kalkalgen und Bryozoen führen.