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Paläozoische Konglomerate in der Umgebung der Münchberger Gneismasse

Eigenfeld, Rolf

Kurzfassung

Zusammenfassung Insgesamt ergibt sich, daß im Vorland und in der weiteren Umgebung der Münchberger Gneismasse eindeutiges Schüttungsmaterial aus diesem metamorphen Gebiet vorliegt. Einesteils stammt es aus dem phyllitischen Hüllmaterial (Arzberger Serie?), andererseits aus prävariskischen Magmatit-Anteilen, die vor allem im Norden der Münchberger Gneismasse gehäuft sind. Aufgrund ihrer Grobkörnigkeit aus tiefem Anschnitt stammend, sind sie wahrscheinlich als Lakkolithen und Stöcke in ältere Schichten als Tremadoc (eokambrische?) intrudiert und wurden zu Augengneisen einer Muskowit-Granat-Fazies überprägt. Es kann vermutet werden, daß diese Magmatite auch etwas älter (eokambrisch?) sind als die oberflächennahen Graphophyrgranite in der Umgebung der Münchberger Gneismasse, die zum größten Teil sillartig während des unteren Ordovic intrudierten. (Auch im Varistikum hat man eine große zeitliche Reichweite von unterschiedlichen Granitintrusionen: vom Ende des Oberdevons bis in das Unterrotliegende!). Noch älter sind die Paragneise und Muskovit-Quarzite (algonkisch), die aus dem Liegendbereich am Nordrand der Münchberger Gneismasse nachgewiesen worden sind (R. EIGENFELD 1952, G. STETTNER 1960) und die durch den Vorstau der Münchberger Masse im Unterkarbon gerade noch durch die Abtragung im Bewegungsraume mit erfaßt wurden. Aus der Bearbeitung kristalliner Magmatit- und Metamorphit-Komponenten in paläozoischen Konglomeraten ergeben sich somit Hinweise für den äußerst komplizierten Entwicklungsgang der parautochthon aus tiefem Untergrunde hervorgetriebenen Münchberger Gneismasse als einer alten, permanenten Sattelanlage, die aus unterschiedlichen Anteilen (geologischstratigraphischer und mineralfazieller Art) sehr komplex aufgebaut ist.