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Zur Großgliederung des mitteleuropäischen Pleistozäns

Adam, Karl Dietrich

Kurzfassung

Zusammenfassung Die hier vertretene Viergliederung des mitteleuropäischen Pleistozäns gründet auf der 1932 anempfohlenen Dreiteilung des Diluviums sowie auf dem seit 1948 geübten Einbeziehen des Villafranchiums ins Quartär; sie wahrt die einst gezogenen Grenzen, beläßt die früher erstellten Einheiten und sichert damit die Kontinuität im Gebrauch der stratigraphischen Namen. Folglich kann und darf dem ältestpleistozänen Villafranchium auch fernerhin das Diluvium als Eiszeitalter im eigentlichen Sinne nachgestellt werden. Dieses beginnt mit dem dank reicher Säugetierfaunen als prä-Elster-glazial erweisbaren Mosbachium, einer in sich gegliederten altdiluvialen Warmzeit von erheblicher Dauer; ihr folgt - das Altpleistozän abschließend - die Elster-Eiszeit als erstes der im norddeutschen Vereisungsgebiet gültig benannten großen Glaziale. Die weiteren Hauptschnitte liegen am Beginn der Interglaziale Holstein und Eem, welche - zugleich Zeiten mariner Transgression - gut verfolgbare, floristisch wie faunistisch erkennbare Leithorizonte abgeben und die zyklischen Abfolgen von Warm- zu Kaltzeiten des Mittel- und Jungpleistozäns einleiten.