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Die Moorbruchkatastrophe bei Schönberg/Oberbayern am 13./14.6.1960

Vidal, Helmut

Kurzfassung

Zusammenfassung Es werden die Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen eines am 13./14.6.1960 erfolgten Moorbruches in der Flur der Gemeinde Schönberg, Landkreis Schongau, Oberbayern, beschrieben, der durch besonders starke Gewitterregen ausgelöst worden ist und dabei eine Fläche von 3,38 ha in Mitleidenschaft gezogen hat. In dem schwach geneigten Hang-Niedermoor entstand durch Massenabwanderung im Abrißgebiet eine Mulde, während es im Ablagerungsgebiet durch Massenzuwachs zur Bildung von Stauchfalten und Stirnwällen gekommen ist. Die abgeglittenen Torfmassen wurden zu 24 500 m3 errechnet, die größte Setzung mit 3,9 m, die größte Aufwallung mit 3 m gemessen. Dabei konnten interessante Beobachtungen über das tektonische Verhalten des plastischen Torfes angestellt werden. Da die Rutschfläche kaum bestockt war und keine Bauwerke trug, entstand größerer Sachschaden nur im Ablagerungsgebiet, wo durch die abgerutschten Torfmassen zahlreiche große Fichten entwurzelt oder wie Streichhölzer geknickt worden sind.