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Stockwerkstektonik in nordwestdeutschen Erdöl- und Erdgasfeldern (Buchhorst-Wehrbleck, Deblinghausen-Voigtei)

Rippel, G.

Kurzfassung

An den Bohrungen Deblinghausen Z1 (DZ1) und Buchhorst Z4 (BZ4) wurden Ergebnisse elektrischer und anderer Bohrlochmessungen, wie Gammastrahl und Soniclog, erläutert. In DZ1 deutet RICHTER-BERNBURG die Lagerung einer isoklinal verfalteten Folge des Hauptanhydrit anhand einer fortlaufenden Kernfolge (interner Bericht der Mobil Oil AG). In BZ4 ließ sich anhand einer Loginterpretation und Spülproben eine starke Verfaltung des Hauptanhydrit wahrscheinlich machen. Das behandelte Gebiet liegt westlich der Weser bei Nienburg. Hier streicht der Nordrand des Niedersächsischen Beckens vom Salzstock Blenhorst nach Westen. Eine Störungszone trennt das Niedersächsische Becken im Süden (mehr oder weniger kontinuierliche Sedimentation im Jura und in der Kreide) von der nördlichen Pompetzkij'schen Scholle (Sedimentationslücke zwischen Alb-Basis und Lias/Dogger). Während der Weißjura- und Unterkreidezeit senkte sich das Niedersächsische Becken ab,' während der folgenden Oberkreidezeit dagegen in erster Linie die Pompetzkij'sche Scholle. Die Unterkreidesedimente des nördlichen Beckenteils bildeten daher die Spannungen bei der Umstellung von der einen auf die andere Tendenz ab. Dies führte zu einem streifenförmigen Zerlegen in langgestreckte Horste und Gräben während dieser Zeit. Die Tektonik im Bereich des mobilen Zechstein ist gekennzeichnet durch mehrfaches Auftreten des Hauptanhydrit (HA) übereinander. Isoklinal gefaltet oder verschuppt ist das Steinsalz zwischen den Anhydritlagen weitgehend ausgequetscht. Insbesondere die Ränder von Tiefschollen scheinen zur Anstauung des Anhydrit bevorzugt zu sein. Hochschollen führen vorwiegend Salz; der HA fehlt auf ihnen hin und wieder. In diesem Verhalten drückt sich wahrscheinlich das Vorauseilen des Steinsalzes vor dem starren Anhydrit aus, wie es in Diapiren bekannt ist. In der Struktur Deblinghausen-Voigtei liegt ein Jura-Unterkreide-Gewölbe vor, das von EW verlaufenden Störungen in Horst- und Grabenstreifen zerschnitten ist. Sie haben Hauterive- bis Valendis-Alter. Die synsedimentäre Absenkung der Südflanke der Struktur im Weißjura hat den gleichen Verlauf. Schließlich zerschneiden Störungen der gleichen Richtung die Zechsteinbasis in der Struktur Deblinghausen südlich Voigtei. Es ist ein einheitlicher Bauplan von Weißjura- und Unterkreide-Alter. Das Schichtpaket Jura-Trias ist gestört, aber noch in geschlossenem Verbande.