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Probleme der alpinen Salzlagerstätten

Medwenitsch, W.

Kurzfassung

Die Probleme der alpinen Salzlagerstätten können in 3 große Gruppen gegliedert werden: mineralogisch-petrographische, stratigraphische sowie geologisch-tektonische Probleme. Die alpinen Salzlagerstätten liegen in den Nördlichen Kalkalpen und da speziell gebunden an die Hallstätter Fazies. Auch der Großteil der Solequellen und der Gipsvorkommen findet sich in der Hallstätter Zone; ein kleinerer Teil im nördlich anschließenden Tirolikum. Salzhaltige Quellen in Kärnten sind an dortige Mesozoikumszonen gebunden. Die jodhaltigen Solequellen von Bad Hall in der oberösterreichischen Molassezone sind Erdöllagerstättenwässer. Durch die Position der alpinen Salzlagerstätten innerhalb der Hallstätter Zone der Nördlichen Kalkalpen ist ihnen eine bestimmte tektonische Stellung gegeben; sie haben eine bestimmte tektonische Vergangenheit hinter sich, die auch im mineralogisch-petrographischen Bild ihren Ausdruck findet. Die alpinen Salzlagerstätten sind dem Deckenbau der Nördlichen Kalkalpen eingefügt; die Grubenaufschlüsse der einzelnen Salzberge zeigen dies in aller Klarheit. Trotz alledem wird in letzter Zeit wieder versucht, die Ansicht E. SEIDL's zu regenerieren, die im Bilde der germanotypen Zechsteinsalzlagerstätten wurzelt; Die alpinen Salzlagerstätten wären Aufbrüche eines ausgedehnten Salinarhorizontes, der die ganzen Nördlichen Kalkalpen unterteuft, an Schwächezonen emporgedrungen. In der Geosynklinale der Nördlichen Kalkalpen gibt es 2 Salinarhorizonte: Den einen an der Basis der Gesamtschichtfolge (oberes Perm - Skyth?), salzführend nur im Bereiche der Hallstätter Fazies, und den zweiten im Kam, in den Westtiroler und Vorarlberger Kalkalpen gipsführend.