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Magmatismus und Bau der mittleren Anden

Zeil, W.

Kurzfassung

Bei einem W-E-Querprofil durch die Anden zwischen Iquique (20° 15', Nordchile) und Santa Cruz (17° 45', Bolivien) lassen sich folgende geologische Großeinheiten unterscheiden: Küstenkordillere; Längstal-Grabenzone = Pampa de Tamarugal; Hochkordillere (Chile) = Westkordillere (Bolivien); Altiplano-Depression; Ost- bzw. Zentralkordillere Boliviens. Die Küstenkordillere in Nordchile wird etwa 2500 m hoch und besteht aus einem alten Gebirgsrumpf aus scharf gefalteten paläozoischen Elementen, der schon im älteren Mesozoikum wieder stark abgetragen war. Über diesen Unterbau transgredieren in der mittleren Trias und im Lias Vorstöße vom Pazifik her. Vom oberen Lias bis in die Kreide werden die bis 15 Kilometer mächtigen Serien der "Porphyrit-Formation" mit intermediären und basischen Laven, Agglomeraten und Tuffen abgesetzt, welche gleichaltrige Sedimente fast völlig verdrängen können. Im Raum von Iquique allerdings sind Jurasedimente vom Bajocien bis zum Ober-Callovien verbreitet. In der mittleren bis oberen Kreide erfolgt die Intrusion des "Anden-Batolithen", der die älteren Serien mehr oder weniger stark verdrängt oder assimiliert. Absolute Altersbestimmungen von Graniten, Quarzmonzoniten und Granodioriten aus der Küstenkordillere der Provinz Tarapacá ergaben nach C. Ruiz, K. SEGERSTROM, L. AGUIRRE, J. CORVALAN, J. J. ROSE jr. & T. W. STERN (1960) Werte von 100 ± 10 m.a., 120 ± 15 m.a. und 125 ± 15 m.a. Damit ist in diesem Raum das Kreide-Alter der Intrusionen sichergestellt. Die Küstenkordillere ist frei von jungem Vulkanismus. - Scharfe Biegungsverformungen hat die Küstenkordillere nur vor der Trias erlebt. Der paläozoische Unterbau ist scharf und mehrfach gefaltet. Seit dem Ende der Trias wurde diese Struktur von keiner Faltung mehr erfaßt, sondern durch verschieden alte Bruchverformungen zerlegt. Auch im Zusammenhang mit der Intrusion des Andenplutons ist keine Faltung erfolgt. Das Eindringen der Tiefengesteine hat lediglich einzelne tektonische Verstellungen verursacht. Nach E schließt an die Küstenkordillere mit deutlichen Bruchverwerfungen die grabenartige Längstal-Depression der Pampa de Tamarugal an. Sie ist das Ergebnis einer pliozänen Zerrungstektonik. Vermutlich waren bereits ältere Anlagen vorhanden. Heute erstreckt sich diese Depression zwischen Küstenkordillere und Hochkordillere in einer Höhe von 900-1100 m. An der Oberfläche sind tektonische Verwerfungen nur an der Grenze gegen die Küstenkordillere erkennbar, der Übergang zur Hochkordillere verläuft kontinuierlich, da die Trümmergesteine des Quartärs und junge Vulkanite alle Einblicke in den Unterbau verwehren. Wasserbohrungen in der Pampa de Tamarugal haben bis 600 m Tiefe nur Lockersedimente durchteuft. Die Oberfläche der Depression ist erfüllt von Salzpfannen (Salaren) und Salpeter-Vorkommen.