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Geologisch-lagerstättenkundliche Arbeiten im Lignit-Becken von Megalopolis (Peloponnes)

Löhnert, E.

Kurzfassung

Über Art und Ergebnisse der Untersuchungen bis zur Erstellung eines Vorprojektes wurde vom Verfasser in dieser Zeitschrift (113, S. 604-605, 1962) bereits kurz berichtet. Inzwischen sind auch ausführliche Publikationen zur Geologie der Lagerstätten (von LÜTTIG & MARINOS) und über die bergbaulichen Möglichkeiten (von GOLD) erschienen. Demnach kommt aus verschiedenen Gründen die Lagerstätte von Kiparissia für einen Neuaufschluß zuerst in Betracht, während die Lagerstätte von Khoremi (früher "Zone B") im Anschluß daran ausgebeutet werden soll. Aus diesem Grunde konzentrierten sich die umfangreichen Arbeiten 1962/63 auf das Tagebaufeld Kiparissia und dessen Umgebung. Sie umfaßten: 1. Verdichtungsbohrungen. 2. Mikropaläontologische Untersuchungen zwecks Korrelierung der Bohrprofile und Einstufung von Geländeproben. 3. Untersuchungen der Flözausbildung und Kohlenbeschaffenheit im Hinblick auf die Verwertungseigenschaften. 4. Geoelektrische Messungen zur Erkundung der Höhenlage des Beckenuntergrundes und der für hydrogeologische Fragen wichtigen Ausbildung und Mächtigkeit der Terrassenschotter. 5. Hydrogeologische Arbeiten (Wasserführung der Schotter und des verkarsteten Grundgebirges im Hinblick auf die dem zukünftigen Tagebau zusitzenden Wässer und auf eine Kraftwerksversorgung) und 6. bodenmechanische Untersuchungen zur Klärung der Standsicherheit der Böschungen im Tagebau und im neu anzulegenden Alfios-Flußbett. Geologische Grundlagen dafür bildeten Bohrungen (für Entnahme ungestörter Proben) und Kartierungen der Trassenbereiche i. M. 1:2000. Verf. behandelte im Rahmen des Vertrags die unter 1. und 3. aufgeführten Arbeiten, besonders deren Methoden. Es sind fast 200 Verdichtungsbohrungen als reine Kernbohrungen in der Lagerstätte von Kiparissia niedergebracht worden. Das Netz wurde dadurch auf ca. 200 m, randlich sogar nur 100 bis 150 m Bohrlochabstand verdichtet. Nur so konnte die unterschiedliche Flözentwicklung als Folge der rasch wechselnden Faziesverhältnisse geklärt werden. Eine Gliederung der höffigen Schichten in 3 Flözgruppen (wie in der Lagerstätte von Khoremi) konnte nun auch für Kiparissia aufgestellt werden. Kalkmudde-Lagen in den Flözen, die in bestimmten Feldesteilen zu Kalkstein verfestigt sind, wurden als Leithorizonte erkannt und können als solche zur genauen Deutung der Lagerung herangezogen werden. Im Kiparissia-Gebiet ist die obere (Panagiotis-) Flözgruppe meist erodiert, aber die mittlere (Otto-) und die untere (Elias-) Flözgruppe schließen sich im Zentrum der Lagerstätte zu einem mächtigen Flözkörper zusammen. Örtlich ist eine Unterbank bauwürdig.