Original paper

Beobachtungen über Grundwasser und Grundwassererschließung in ariden Räumen (Iran und Tunesien)

Sobotha, E.

Kurzfassung

Kalke und junge Aufschüttungsgebiete stellen das Grundwasser bereit. Die Nutzung ist weitgehend von der Sozialstruktur abhängig. Wenn im Iran noch die heute weithin verfallenden Kanate (= Wasserstollen) größte Bedeutung haben, so ist hierfür standfester Schutt und sein Aufbau aus liegenden, groben und sandigen und hangenden, tonigeren Schichten geradezu Voraussetzung. Man darf dazu behaupten, daß zu jedem durch Bewässerung genutzten Land eine Schuttfläche als Grundwassereinzugsgebiet gehört. Felsriegel können (z. B. Isfahan) das Grundwasser zur Oberfläche zwingen. Wassererschließung durch Bohrungen ist in Tunesien durch die vorzüglichen hydrogeologischen Arbeiten der Franzosen sehr erleichtert, im Iran fehlen solche großzügigen Untersuchungen, auch hier aber deuten die geologischen Verhältnisse noch erschließbare tiefere Grundwasservorkommen an, erste Tiefbohrungen waren erfolgreich. Messungen der Grundwassertemperaturen geben Hinweise über Weg des unterirdischen Wassers, Tunesien hat sehr viel wärmere Wässer als Iran - auch bei Berücksichtigung der Höhenlagen. Einzelheiten hierüber erscheinen in "Die Wasserwirtschaft" 1962.