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Fazieswechsel an der Grenze Unter/Oberrotliegendes auf der SE-Flanke des Pfälzer Sattels

Schäfer, K.

Kurzfassung

Vom Geologisch-Paläontologischen Institut in Mainz wurden auf der SE-Flanke des Pfälzer Sattels bisher zwischen Kirchheimbolanden und Glanmünchweiler, also auf eine Erstreckung von 50 Kilometern im Streichen, die Rotliegendablagerungen von den hangenden Partien der Lebacher Gruppe (FALKE, 1954 a) bis zu den unmittelbar unter der diskordanten Überlagerung des Buntsandsteins auftretenden Sedimenten der oberen Kreuznacher Gruppe neu aufgenommen. Es wird aber allein auf die fazielle Ausbildung von Tholeyer- und Grenzlager-Gruppe eingegangen. Die Sedimente der Tholeyer Gruppe zeigen in ihrem nordwestlichen Verbreitungsgebiet zwischen Kirchheimbolanden und dem Odenbachtal mit einer durchweg gleichbleibenden Gesamtmächtigkeit von 200 m einen dreiteiligen Aufbau. Die untere Tholeyer Gruppe besteht aus rotvioletten, mittel- bis grobkörnigen, dickbankigen Arkosen (sog. Schweisweiler Sandstein), die mittlere baut sich aus grauen bis hellbraunen Sandsteinen und Schiefertonen auf, während die obere Tholeyer Gruppe mit einer rotvioletten Sandstein-Schieferton-Folge wieder eine durchgehende Rotfärbung aufweist. Vom Odenbachtal nach SW bis in den Raum Glanmünchweiler-Niedermohr verwischt sich allmählich die Dreigliederung durch häufige Einschaltungen roter und grauer Arkosen, Sandsteine und Schiefertone. Ebenso läßt sich eine Mächtigkeitszunahme bis zu 450 m nach SW feststellen. Die im Hangenden der Tholeyer Gruppe folgenden Sedimente der Grenzlager-Gruppe zeigen in ihrem petrographischen Aufbau deutliche Unterschiede zu den Ablagerungen des Unterrotliegenden. Auch macht sich ein stärkerer Fazieswechsel bemerkbar. So finden sich an neuen Sedimenttypen vor allem die "Tonsteine" (von HEIM, 1960 und 1961, als Tuffe bzw. Tuffite erkannt), dann z. T. stark silifizierte, tonsteinartige Arkosen und Schiefertone und schließlich Konglomerate, Fanglomerate und Brekzien mit unzersetzten Feldspäten zusammen mit Arkosen, die sich infolge einer Führung frischer Kalifeldspäte von den Arkosen der Tholeyer Gruppe, deren Feldspäte meist schon kaolinisiert sind, deutlich unterscheiden. Gegenüber der Tholeyer Gruppe zeichnet sich das untere Oberrotliegende auch durch stärker ausgeprägte Mächtigkeitsschwankungen aus. Bis zur Basis des ersten "Grenzlager"-Ergusses treten bei Kirchheimbolanden 30-40 m mächtige Ablagerungen auf, die nach SW allmählich auf 100 m Mächtigkeit zunehmen. Mit 350 m westlich des Odenbachtals wird die größte Mächtigkeit erreicht. Noch weiter im Streichen nach SW keilt die Serie schließlich bei Kollweiler aus, so daß sich das "Grenzlager" den Tholeyer Sedimenten unmittelbar auflegt. Das Oberrotliegende an der Basis des "Grenzlagers" beginnen zu lassen, wie es REIS vorschlug, ist nach neuen Untersuchungen nicht mehr vorteilhaft, da einmal der Melaphyr-Erguß nicht überall ausgebildet ist, weiterhin sich unter dem Begriff "Grenzlager" lokal mehrere Lavaströme vereinen und sich nirgends zwischen Kirchheimbolanden und Glanmünchweiler die von REIS vermutete diskordante Auflagerung des "Grenzlagers" bestätigt findet. Nach der neuen Gruppeneinteilung des Rotliegenden im saarpfälzischen Raum durch FALKE (1954 a) werden in die Grenzlager-Gruppe sämtliche Effusiva, d.h. Melaphyrergüsse und Pyroklastika, einbezogen. Ebenso lassen sich noch Konglomerate und Arkosen, die durch den frischen Erhaltungszustand ihrer Feldspäte veränderte Transport- und Verwitterungsbedingungen gegenüber den Sedimenten der Tholeyer Gruppe anzeigen, noch ins Oberrotliegende stellen.