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Stratigraphie und Tektonik der Roteisensteingrube Eisenfeld (Lahnmulde)

Quade, H.

Kurzfassung

Die Roteisensteingrube Eisenfeld liegt am nördlichen Ausgang der Ortschaft Philippstein im Oberlahnkreis (Bl. Braunfels 5416 - Bl. Weilmünster 5516) und trägt den Namen eines 1838 verliehenen Feldes. Bis zur Stillegung im Jahre 1962 wurden ca. 1,5 Mill. t Roherz gefördert (Braun- und Roteisenstein, untergeordnet Magneteisenstein), bei einer monatlichen Förderung in den letzten Jahren von 3500 t. Zusammensetzung der Erze: 1. Sorte (35% der Förderung): 52-60% Fe, 10-12% CaO, 1-2% SiO2; 2. Sorte (35% der Förderung): 32-40% Fe, 10-14% CaO, 5-6% SiO2; 3. Sorte (30% der Förderung): 18-32% Fe, 20-24% CaO, 4-5% SiO2. Die unter der gemeinsamen Bezeichnung "Eisenfeld" zusammengefaßten Felder sind an einen Mitteldevonsattel gebunden (= Bermbach-Bonbadener Mitteldevonsattel), der bei Bermbach/Oberlahnkreis von dem Schalstein-Hauptsattel und dem Massenkalk-Hauptzug der Lahnmulde abzweigt und aus Diabasen (Kali-Weilburgite im Sinne E. LEHMANN's 1941), Schalstem und Riff- sowie Riffschutt-Kalken besteht. Während in dem weitaus größten Teil dieser Felder Lager des vielfach beschriebenen "Typus Lahn-Dill" (mit Schalstein- und Grenzlager-Zone) abgebaut wurden, stellt der engere Grubenbereich "Eisenfeld" eine Sonderausbildung dar, die in erster Linie durch Ausläufer eines in der Nähe von Philippstein über Tage ausstreichenden Massenkalkriffes bestimmt wird. Der Schalstein-Hauptsattel und der Schalsteinzug des Bermbach-Bonbadener Mitteldevonsattels umschließen als hochaufragende Schwellen einen lagunenartigen, nach E offenen Ablagerungstrog und werden auf den beckenseitigen Flanken von Massenkalken begleitet, die aus einzelnen Stromatoporen-Riffen ("patch reefs") und deren Aufarbeitungsprodukten bestehen. Am Südrand dieser Lagune stößt ein Schwellensporn mit Schalstein durch den Massenkalk-Zug weit ins Becken vor und trägt eine Reihe von Roteisenstein-Lagern, die als "cons. Eisenfeld" gebaut wurden.