Original paper

Bericht über die Exkursionen anläßlich der Frühjahrstagung in Osnabrück vom 30. Mai bis 2. Juni 1962. Exkursion B

Fabian, H.-J.; Gaertner, H.; Roese, K.-L.

Kurzfassung

Die Fahrt erfolgte in Omnibussen von Osnabrück ohne Zwischenhalt bis Barnstorf, wo im Betriebsgebäude der Wintershall AG Erdölwerke Niedersachsen nach einer Begrüßung der Teilnehmer eine Einführung in die geologischen Grundzüge des Gebietes und die wirtschaftliche Bedeutung der Gas- und Ölfelder im Raume der Konzession Ridderade erfolgte. Dieses Gebiet enthält 2 Erdgasfelder und 6 Erdölfelder bzw. -teilfelder. 1. An der Nordflanke der Struktur Rehden liegen zwei Erdöl-Teilfelder, das ältere Dickel-Wealden und das jüngere Dickel-Jura. In dem zuerst genannten Feld fördert eine größere Anzahl von Bohrungen aus Schill-Lagen des Wealden. Die Speichereigenschaften sind jedoch unbefriedigend. Dagegen ist im Osten der Rehdener N-Flanke, zwischen Lohaus und Barver, in den Jahren 1961/62 ein Teilfeld entwickelt worden, das recht erfreuliche Reserven aufweist. Vor einer Störung sind nach S ansteigende Speicher des Dogger epsilon, des Mittelkimmeridge und des Obermalms 1/2 ölführend. Die Gesamtförderung aus Dickel betrug bis März 1962 rund 84 000 t (bis Jahresende 131 434 t). 2. In der nördlichen Hälfte der Konzession liegen an dem Strukturzug Düste 3 Teilfelder. Das Teilfeld Aldorf bei Barnstorf ist das älteste der Erdölfelder in diesem Gebiet, eine Lagerstätte vom Typ einer schwach aufgewölbten Transgressions- und Faziesfalle. Es wurden insgesamt 110 Bohrungen abgeteuft, von denen der größte Teil fündig wurde. Im März 1962 förderten 68 Bohrungen aus 6 verschiedenen Speichern: unt. und ob. Dogger-epsilon-Sandstein, Oberkimmeridge-Sandstein, Gigas-Horizont und "Aldorfer Serpelkalk" (Obermalm 4 a = mittl. Münder-Mergel). Eine Bohrung fördert auch aus dem Dogger-delta-Sandstein. Die Gesamtförderung betrug bis 31.3.1962 rund 890 000 t (bis Jahresende rd. 981 500 t). Etwa 3 km westlich des Feldes Aldorf sind an einer kleinen selbständigen Struktur 3 Bohrungen fündig geworden, die von Anbeginn nur Naßöl gefördert haben. Die Gesamtreinölförderung dieser Bohrungen, Aldorf SW 1, 2 und 4, betrug bis Jahresende 1962 immerhin 15 843 t. In dem etwa 3 1/2 km südöstlich des Teilfeldes Aldorf liegenden Teilfeld Düste-Jura förderten zur Zeit der Exkursion noch 15 Bohrungen von insgesamt 28 aus etwa den gleichen Speichern wie in Aldorf. Die Gesamt-Reinölförderung ist bis Jahresende 1962 auf 102 291 t gestiegen.