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Grundzüge einer Mikropaläontologie des Eifeler Mittel-Devons

Krömmelbein, K.

Kurzfassung

Um einen Überblick zu gewinnen über den Bestand an Mikrofossilien und ihre Eignung für stratigraphische Zwecke im Mittel-Devon, wurde der wegen seines Reichtums an schlämmfähigen Gesteinen als besonders geeignet erachtete Zeit-Abschnitt vom Eifelium bis zum tieferen Givetium im Bereich der SE-Eifeler Kalkmulden auf seinen Gehalt an Mikrofossilien untersucht. Die schon seit einigen Jahren, z. T. mit Unterstützung der Deutschen Forschungs-Gemeinschaft laufenden Arbeiten erlauben nunmehr, die stratigraphische Verteilung wichtiger Mikrofossil-Gruppen in den Grundzügen darzustellen. Die formenreichste Gruppe stellen die Ostracoden dar; sie allein sind häufig genug, fast überall (außer in reinen Sandsteinen) vorhanden und wandeln in der Zeit schnell genug ab, um für die örtliche Stratigraphie und für weiträumige Parallelisierungen von Nutzen zu sein. In weitem Abstand folgen die Foraminiferen. Sie sind zwar wesentlich häufiger, als nach den bisherigen spärlichen Angaben angenommen werden mußte, doch handelt es sich bei wenigen nachgewiesenen Gattungen überwiegend um Durchläufer von zunächst geringem stratigraphischem Wert. Die Gattung Semitextularia, die verbreitetste Foraminifere, wurde bereits im tiefsten Eifelium angetroffen, wodurch die bisherige Angabe (ab Givetium) berichtigt werden kann. Eine statistische Auswertung der (vermutlich einzigen) Semitextularia-Art erscheint aussichtsreich. Conodonten spielen vorerst gar keine Rolle. Sie treten in den Schlämm-Rückständen nur gelegentlich auf. Eine Säureätzung mit großen Probenmengen scheint dennoch einigen Erfolg zu versprechen. Klein-Reste von Megafossilien bestimmen meist das Bild der Schlämm-Rückstände, allen voran die Trochiten, die den Großteil der Rückstände ausmachen können und dadurch die Auslese-Arbeit behindern und zeitraubend gestalten. Andere Echinodermen-Reste bleiben selten und treten nur gelegentlich mit bestimmbaren Resten in Erscheinung (Ammonicrinus in Freilingen-Schichten). Jugend-Stadien von Brachiopoden und von Colceola sandalina könnten in anderem Zusammenhang wichtig werden.