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Leithorizonte im Mittleren und Oberen Buntsandstein zwischen Kassel und Eschwege

Krämer, F.; Kunz, H.; Kupfahl, H. G.; Rösing, F.

Kurzfassung

An Hand einiger Profile werden im Gebiet zwischen Kassel und Eschwege verschiedene Horizonte der Volpriehausen-, Detfurth-, Hardegsen- und Solling-Folge lithostratigraphisch miteinander verglichen und auf ihren Leitwert untersucht. Sehr gut lassen sich Volpriehausen-Sandstein und einige Lagen in den Aviculaschichten durchgehend verfolgen, ebenso der Detfurth-Sandstein. Während sich bei Oberkaufungen noch Detfurth-Wechselfolge (35 m) und Detfurth-Ton (12 m) voneinander trennen lassen, sind beide bei Eschwege auf der Eichsfeld-Schwelle zu einem 5 m mächtigen Schichtglied (fein- bis mittelkörnige Sandsteine im Wechsel mit Ton- und Schluffstein) verschmolzen. In der Hardegsen-Folge treten zwischen dem Beckenraum bei Kassel und der Eichsfeld-Schwelle bei Eschwege deutliche Unterschiede auf. Die Hardegsen-Abfolge 1 ist bei Hann.-Münden ca. 40 m, bei Oberkaufungen mit über 20 m vertreten, bei Eschwege mit 11 m. Eindeutig charakterisiert wird diese Abfolge durch die Violette Zone (VZ, KRÄMER 1961). Diese konnte außer bei Hann.-Münden am Floßhafen, bei Bergshausen und Guxhagen südlich Kassel, also im Beckenbereich, auch bei Aue (östl. Eschwege), Grebendorf (nördl. Eschwege) und Hoheneiche (südwestl. Eschwege) im Bereich der Eichsfeld-Schwelle mit Sicherheit nachgewiesen werden. Darüber hinaus wurde sie in letzter Zeit bis südlich Borken, also rund 40 km südlich Kassel, ebenfalls im Becken, erkannt. Die Abfolgen 2-4 sind im Raum Kassel (Oberkaufungen), also am östlichen Beckensaum, mit einer Gesamtmächtigkeit von ca. 50 m noch vorhanden, keilen aber in Richtung auf die Eichsfeld-Schwelle aus und sind im Raum Eschwege nirgendwo beobachtet worden. Es besteht auf der Schwelle also über der Hardegsen-Abfolge 1 eine Schichtlücke, die die Abfolgen 2 bis 4 umfaßt. Den Abschluß der Hardegsen-Folge bildet die östlich von Kassel über 60 m mächtige Hardegsen-Abfolge 5. Sie wird hier überlagert von geröllführendem Wilhelmshausen-Sandstein. In Richtung auf die Eichsfeld-Schwelle nimmt sowohl die Mächtigkeit der 5. Abfolge als auch die der gesamten Solling-Folge stark ab. Gleichzeitig setzt in den basalen Schichten der 5. Abfolge eine Geröllführung ein. Im Raum Eschwege liegen über geröllführender 5. Abfolge grüngraue Ton- und Schluffsteinlagen, die dem Hardegsen-Ton entsprechen dürften. Darüber folgt ein Grobsandhorizont mit spärlichen Geröllchen, der dem Wilhelmshausen-Sandstein zu entsprechen scheint. Den Abschluß des 8 m mächtigen Schichtkomplexes bildet ein Glimmersandstein ("Solling-Glimmersandstein", "Karlshafen-Sandstein"). Darüber liegt die tonige Grenzfolge, die bei Kassel (Heiligenrode) mehrere Meter mächtig ist. Sie wird überlagert vom Fränkischen Chirotheriensandstein, der bei Kassel 20 bis 30 m mächtig zu sein scheint, im Raume Eschwege 4 bis 5 m erreicht.