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Zur Frage der faziellen Hunsrückschiefer-Untergliederung im südwestlichen Taunus

Mittmeyer, H. G.

Kurzfassung

Die fazielle Hunsrückschiefer-Untergliederung ist in erster Linie insofern ein Problem, als über das Ausmaß des seitlichen Fazieswechsels im Hunsrückschiefer und damit über den stratigraphischen Wert der Faziesgrenzen bisher kein wirklich zuverlässiger Gesamteindruck gewonnen werden konnte. FUCHS, der sich zuerst eingehend mit der Frage befaßt hat, betrachtete die Hunsrückschiefer-Glieder noch als sogenannte (stratigr.) "Horizonte", während später NÖRING und SOLLE den stratigraphischen Wert der "Horizonte" u. a. auf Grund fazieller Überlegungen in Zweifel ziehen. Immerhin stimmen die verschiedenen Autoren darin überein, daß die dachschiefrige "Kauber" Fazies vorwiegend im oberen Teil, die quarzitisch beeinflußte "Sauerthaler" Fazies vorwiegend im unteren Teil der Abfolge auftritt. ENGELS konnte (1955) diesen Befund im Rheintal bestätigen und darüber hinaus die Abfolge im einzelnen faziell charakterisieren. Untersuchungen im Aartal sowie in den benachbarten Quertälern haben zu der Frage folgende Gesichtspunkte ergeben: Innerhalb des geschlossenen, tektonisch allerdings erheblich beanspruchten Hunsrückschiefer-Gebietes lassen die Faziesfolgen im Streichen über größere Erstreckung im allgemeinen nur einen geringfügigen Fazieswechsel erkennen, wie bereits die älteren Kartenblätter z. T. erkennen lassen. In Richtung senkrecht zum Streichen erscheinen die Verhältnisse zunächst wegen der starken Faltung und Verschuppung vieldeutig. Nachdem es schließlich gelungen ist, die Parallelisierungen im Falle der fossilführenden FUCHS'schen "Bornicher Schichten" (besser Grauwackenquarzitserie) sogar paläontologisch, und zwar biostatistisch zu stützen, zeigte sich, daß vom bearbeiteten Gebiet bis zum Rhein eine weitgehend gleichbleibende Faziesfolge vorliegt, ohne durchgreifende Fazies- oder Mächtiekeitsänderungen.