Original paper

Diskussionsbemerkung

Okrusch, M.

Kurzfassung

Im Mineralogischen Institut der Universität Würzburg laufen z. Z. Untersuchungen, die den Stoffbestand und die Metamorphose des Spessartkristallins klären sollen. Dabei gehen S. MATTHES und der Verf. der Frage nach, in welchem Umfange der "körnig-flaserige Gneis" BÜCKINGS im mittleren Vorspessart tatsächlich als passiv deformierter prävariskischer Granit ("Rotgneis") anzusprechen ist. Die Geländeaufnahmen stellen gleichzeitig einen Beitrag zur geologischen Kartierung des Blattes Schöllkrippen der Karte 1:25 000 durch W. WEINELT (Bayerisches Geologisches Landesamt) dar. Die bisherigen Untersuchungen bestätigen größtenteils die von H. MURAWSKI mitgeteilten Ergebnisse. Darüber hinaus konnte jedoch der "körnig-flaserige Gneis" in zwei auskartierbare Anteile gegliedert werden, und zwar in einen zentralen Flasergneis und in mehr randlich auftretende plattige bis schieferige Gneise. A. Der zentrale Flasergneis umfaßt neben dem mehr oder weniger stark durchbewegten blastomylonitischen Haupttypus (1) auch anscheinend mehr geschonte Varietäten mit Quarz- und Kalifeldspataugen (2) oder mit Kalifeldspataugen allein (3). Der Stoffbestand weist (nach 27 bisher durchgeführten Integrationsanalysen) eine relativ große Schwankungsbreite auf: Plagioklas (An 25 ± 5) 25-50 Vol.%, Kalifeldspat 6-36 Vol.%, Quarz 26 bis 37 Vol.%, Biotit 1-15 Vol.%, Muskowit 1-6 Vol.%, Granat < 1, Akzessorium < 1. Das Muskowit/Biotit-Verhältnis steigt mit zunehmendem Kalifeldspat/Plagioklas-Verhältnis an. - Der Charakter des Gneises als B-Tektonit ist überall deutlich ausgeprägt. Außer der Striemung lassen sich örtlich auch Falten im Dezimeterbereich beobachten. - Neben Amphiboliten und hornfelsartigen Gneisen sind Aplitoidgneise (4), die Granat in bis 1 mm großen Idioblasten führen, und jüngere Pegmatoide mit eingeformt. B. Die plattigen bis schieferigen Gneise zeigen häufig eine turbulente Fältelung im Zentimeterbereich, ähnlich wie es im Staurolith-Granat-Plagioklas-Gneis zu beobachten ist, mit dem sie homotakt verfaltet sind. Weiß- bis zartrosa gefärbte reine Muskowitgneise (5) wechsellagern mit biotitführenden Muskowitgneisen (6), Muskowit-Biotit-Gneisen (7) und reinen Biotitgneisen (8), die makroskopisch an den Haibacher Biotitgneis erinnern. Mächtigkeit und Längserstreckung der einzelnen Gneiskörper schwanken sehr stark. Mit der quantitativen Durcharbeitung wurde gerade begonnen.