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Tektonische Bilder in niederhessischen tertiären und pleistozänen Sedimenten

Kockel, C. W.; Ritzkowski, S.; Udluft, H.

Kurzfassung

C. W. KOCKEL führte in Vertretung des durch Krankheit verhinderten H. UDLUFT in Problemstellung und Methode der Aufnahmearbeiten in den Braunkohlentagebauen der Preuß. Elektrizitäts-AG Borken, Bez. Kassel, ein, die seit langem regelmäßig vom Hess. Landes-Amt f. Bodenforschung in Wiesbaden, dem Markscheidebüro der PREAG in Borken und dem Geologischen Institut Marburg durchgeführt werden. S. RITZKOWSKI trug dann über deren Ergebnisse vor, wobei zwei besonders lange Profile im Film vorgeführt wurden. Der Tagebau Altenburg IV der PREAG zu Borken erschließt eine fast vollständige Schichtfolge vom Mitteleozän bis zum Oberoligozän. Auf den verschiedenen Serien liegt mit einem Kontakt Basalt in Form langer, schmaler Zungen. Pleistozänen Alters sind Basaltschotter, die durch einen rötlich gefleckten Lehm gegliedert sind. Er dürfte dem "geflammten Ton" des Cromers-Interglazials des Tagebaus Altenburg II entsprechen (UDLUFT & JACOBSHAGEN, Notizbl. hess. L.-Amt Bodenforsch. 85, 225-281, Wiesbaden 1957). Das Erscheinungsbild der Schichten in den Baggerböschungen des Tagebaues ist weithin durch faltenartige Strukturen bestimmt. Die Ursache ihrer Entstehung muß gesucht werden: a) in den Wirkungen der Congeliturbation, b) in einer echten, einengenden Tektonik. Eindeutig sind der Congeliturbation Verformungen wie Flözbuckel, Taschenböden oder flache Verwulstungen von Kohle und hangendem Tonmaterial zuzuschreiben. Diese Erscheinungen sind aber auf den Bereich des Tagebaues beschränkt, der in der Talaue liegt und in dem die Kohle nahe der Erdoberfläche sich befindet. In den Hanglagen lassen sich die Erscheinungen der Solifluktion bis in etwa 2 m Tiefe erkennen. Transportwege von 200 und mehr Metern sind nachzuweisen.