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Der junge Vulkanismus am Ostsaum der Alpen (Vergleich mit den Erscheinungsformen des niederrheinischen Vulkanismus)

Winkler-Hermaden, A.

Kurzfassung

Der Vortragende kennzeichnet, zum Teil auf Grund neuerer Ergebnisse, das vulkanische Geschehen am Ostsaum der Alpen im Jungtertiär. Es wird darauf verwiesen, daß 3 vulkanische Hauptzyklen unterschieden werden können, von denen der eine während und in zeitlichem Anschluß an die savische Orogenese eingetreten ist und in den Drau-Savefalten im oberen Oligozän und besonders im älteren Miozän (helvetische Stufe) seine größte Entwicklung erkennen läßt. Er ist durch andesitisch-dazitisches Magma gekennzeichnet. Der 2. Zyklus fällt in Zwischen- und Nachphasen des "steirischen Orogens" mit vorzüglich andesitisch-dazitischen Laven. Er greift aus den Drau-Savefalten auf das gesamte steirische Becken über. Der 3. Hauptzyklus, mit pliozänen basaltischen Magmen, findet erst nach Abschluß junger Faltungen im Bereich des steirischen Beckens und im Hauptteil der Savefalten statt. Er erscheint als westlicher Vorposten des wesentlich ausgedehnteren finalen Basaltvulkanismus in der Kleinen ungarischen Tiefebene und im Bakonyer Wald. Ein Vergleich zwischen dem Alpenrandvulkanismus und dem niederrheinischen zeigt einige wesentliche Analogien: Auftreten eines miozänen bzw. eines jungpliozänen Magmatismus; Kurzfristigkeit der Ausbrüche der jungpliozänen Basalte Oststeiermarks und speziell des quartären Vulkanismus in der Eifel; das Erscheinen intermediärer Magmen besonders in den älteren Zyklen beider Eruptivgebiete und finale basaltische Ausbrüche in diesen beiden; das Auftreten epigonenhafter Explosionsphasen (mit Necks und Maaren) in beiden Bereichen; engere Verknüpfung der älteren Ausbrüche mit den Ausklängen alpinotyper bzw. germanotyper, der jüngeren mit ausgesprochener Bruchschollentektonik; Auftreten der niederrheinischen jungen Vulkane ganz vorherrschend aus dem Grundgebirge an die Oberfläche, am östlichen Alpenrand Durchbrechen meist einer bis zu mindest 2500 m mächtigen jungtertiären Schichtdecke; vorherrschend tiefliegende Explosionspunkte mit phreatischen Eruptionen und tiefreichenden Tuffschloten im jungpliozänen steirischen Vulkanismus, im Gegensatz zu den seichtliegenden Explosionen in den quartären Maarbereichen.