Original paper

Vulkanogene Bentonit-Lagen im Oberemsium und Eifelium der Eifel

Winter, J.

Kurzfassung

Im Eifelium der Gerolsteiner Mulde beobachtete der Verfasser mehrfach geringmächtige (1-30 cm), schichtparallele Einlagerungen eines gelblich-weißen, plastischen Tongesteins und zog in Betracht, daß möglicherweise zersetzte vulkanische Tuff-Lagen vorliegen. Eine mikroskopische und röntgenographische Untersuchung, in die auch die hangenden und liegenden Nebengesteine einbezogen wurden, führte das Geologische Landesamt Nordrhein-Westfalen aus. Die Einlagerungen sind durch hohe Montmorillonit-Illit-Gehalte charakterisiert und können als Bentonite bezeichnet werden. In die feinstkörnige Grundmasse sind bis zu 0,2 mm große eckige bis gerundete Aggregate eingebettet, die aus Kaolinit und Illit bestehen. Neben Tonmineralen treten untergeordnet gerundete und splittrige Quarze sowie Feldspäte mit einer Korngröße um 0,1 mm auf. Außerdem sind Pyroxene und zersetzter Biotit mit zahlreichen Einschlüssen von Magnetit nachgewiesen. Auf Grund der hohen Montmorillonit-Anteile und hohen Bor-Gehalte sind die Bentonite wahrscheinlich z. T. aus zersetzten vulkanischen Gläsern hervorgegangen. Sichere Anhaltspunkte über die Herkunft des Ausgangsmaterials liegen noch nicht vor, es ist jedoch anzunehmen, daß die Ausbruchszentren im rechtsrheinischen Gebiet zu suchen sind. Die Einlagerungen sind bisher in der Schichtenfolge der Heisdorf-Schichten (Oberemsium) bis Ahrdorf-Schichten (Eifelium) stratigraphisch gesichert und in den südlichen Eifeler Kalkmulden (Salmerwald M., Gerolsteiner M., Hillesheimer M., Prümer M.) nachgewiesen. Bentonit-Einlagerungen dieser Art bilden - wie Tuff-Lagen allgemein - gute Leithorizonte. Die Entdeckung erweist sich daher auch für die Klärung feinstratigraphischer und fazieller Fragen von Bedeutung.