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Das Hadelner Sietland im Holozän

Lang, H. D.

Kurzfassung

Am Ende der Weichseleiszeit bestand zwischen der Hohenlieth und der Wingst im Gebiete des heutigen Hadelner Sietlandes eine weite nach Norden zur Elbe geöffnete Senke, deren Sohle an den tiefsten Stellen bei - 10 m NN lag. Während des Mittelholozän und unteren Jungholozän wurden beim Vordringen der Nordsee über Torfen und Mudden bis 10 m mächtige marine schluffige Feinsande abgelagert. Im Südteil des Hadelner Sietlandes sind darin in geringer Tiefe gelegentlich Anzeichen einer beginnenden Bodenbildung zu erkennen. In der Nähe des Geestrandes wurden während dieser Zeit brackische, tonige Schluffe abgelagert. Unmittelbar am Geestrand und an den südlichen Ausläufern der Hadelner Bucht sind mächtige Niedermoortorfe. Während bei Steinau, Odisheim und Bederkesa ab 1000 v. Chr. nur noch Torfe gebildet wurden, kam es im Nordteil des Hadelner Sietlandes über den marinen Feinsanden zur Ablagerung tonig-schluffiger Sedimente, die sich in 2-3 Ablagerungsfolgen gliedern lassen und sich nach Norden dachziegelartig verbreitern. Ein Strandwall in der Höhe von Otterndorf verhinderte eine weitere Sedimentation. Dieser Strandwall und die starke Abtorfung im Süden haben die Entwässerung des Hadelner Sietlandes im Laufe der Zeit sehr schwierig werden lassen. Die Binnenseen im Süden dieses Gebietes verdanken ihre Entstehung und Erhaltung lediglich hydrologischen Gegebenheiten. Ihre Lage ist nicht im pleistozänen Untergrund vorgezeichnet.