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Über die Entstehung des Sinkstoffmaximums

Müller, W.

Kurzfassung

Weit verbreitet findet man in Schichten der holozänen Marschengebiete eine horizontal orientierte Lagerung der feinsten plättchenförmigen Ton- und Schluffteilchen. Diese Erscheinung kann nur bei weitgehender Dispergierung der Sinkstoffe auftreten. Auf Grund chemischer Analysen an Sedimenten und Böden kann nachgewiesen werden, daß ein solcher Dispergierungseffekt tatsächlich in einem brackischen Sedimentationsmilieu bei Salzgehalten etwa zwischen 5 und 0,5%o vorhanden ist. Die weitgehende Zerteilung der vorher - bei höherer Salzkonzentration - geflockten Feinstbestandteile führt nicht nur zu der erwähnten horizontierten Lagerung, sondern auch zu einer stark verlangsamten Sedimentation der Trübe, d. h. zu einer relativen Sinkstoffanreicherung im Wasser. Sinkstoffmessungen an der unteren Ems weisen tatsächlich auf das Auftreten eines Sinkstoffmaximums hin, das nicht an eine örtliche Lage, sondern an die Salzgehaltszone etwa zwischen 5 und 0,5%o gebunden ist. Es kann somit angenommen werden, daß die Dispergierungseigenschaften dieser Brackwässer einen wesentlichen Faktor für die Entstehung des Sinkstoffmaximums darstellen.