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Wasserstandshöhen, Sedimentationshöhen und Überflutungsrichtungen der großen Mandränken von 1362 und 1634 in Nordfriesland

Prange, W.

Kurzfassung

Es wird über die Ergebnisse berichtet, wie sich feste Daten über die großen Sturmfluten der letzten Jahrhunderte gewinnen ließen. Überflutungshöhen wurden durch Untersuchungen in sehr alten Häusern sowie durch Ausfragen alter Leute gefunden, in einer Marschenbucht allein drei Hochwassermarken von 1634, bei denen die Sackung auszuschließen ist. Wasserstandshöhen aus der Zeit vor Ablagerung des jungen Kleis ergaben sich durch die Höhenlage aufgefundener Salzbrennereien am Geestrand. Sedimentationshöhen ließen lokal bedingte primäre Unterschiede von über 3 m erkennen. An nicht sackungsfähigen Stellen wurden die ehemaligen Aufschlickungshöhen der einzelnen Gebiete bestimmt. Am Geestrand, wo die Grenze des jungen Kleis durch Ackerbau und Plaggendüngung verwischt ist, konnten die Sedimentationshöhen an Sedimentfallen auf NN eingemessen werden. Überflutungsrichtungen der großen Sturmfluten ergaben sich flächenmäßig aus Erosionsrinnen, zugeschlickten fossilen Torfstichen mit verschwemmten Kulturspuren sowie Mächtigkeits- und Faziesschatten hinter Geestkernen. Kulturspuren (rote Salztorf-Asche und Ziegelsteinstücke) wurden im Lee von Wohnplätzen auf Dünen verspült aufgefunden und ermöglichten es, die Einbruchsrichtung und -stärke der Fluten festzulegen und gleichzeitig die holozäne Schichtenfolge altersmäßig zu gliedern. Die Ergebnisse ließen sich durch die durch Ausfragen gewonnene mündliche Überlieferung von den Sturmfluten von 1362 und 1634 bestätigen.