Original paper

Diskontinuitätsflächen in Kalken und ihre Deutung

Krebs, W.

Kurzfassung

Unter der Vielzahl der primären, durch die Sedimentation bedingten und der sekundären, durch Schrumpfung, Aufreißen, Rutschung, bohrende Organismen, Lösung, Erosion usw. hervorgerufenen Abweichungen von der normalen Parallel-Schichtung werden die Unregelmäßigkeiten an Kalken behandelt, die durch kalklösende Vorgänge entstanden sind. Dabei können externe, an der Oberfläche von Kalken gebildete, und interne, im kalkigen Sediment entstandene Diskontinuitäten unterschieden werden. Bei der Deutung der Lösungserscheinungen müssen zwei Vorgänge: Bildung der Unregelmäßigkeiten und deren spätere Füllung voneinander getrennt werden. Besonderes Interesse verdient die Frage, wie weit die Diskontinuitätsflächen subaerisch oder submarin bzw. früh- oder postdiagenetisch entstanden sind. Für eine Reihe von fossilen Formen sind keine vergleichbaren oder nur ungenügend bekannte rezente Beispiele bekannt. Einige der rezenten Diskontinuitätsflächen an Kalksteinen stellen nur "Momentaufnahmen" dar, die bei einer fortschreitenden Erosion oder einer erneuten Transgression völlig verschwinden. An ausgewählten Beispielen werden rezente und fossile Karren- und Schlotten-Bildungen, Pseudokarst-Erscheinungen, subaerische und submarine Korrosionszonen, Erosionsrinnen, Spalten- und Hohlraum-Ausfüllungen, Stylolithen u. a. diskutiert und miteinander verglichen.