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Der Hauptgrünstein-Vulkanismus im östlichen Sauerland

Bär, P.

Kurzfassung

Im Oberen Mitteldevon des östlichen Sauerlandes treten weit verbreitet Diabastuffe und Tuffite auf. Sie bilden einen geschlossenen, rund 60 km langen Grünsteinzug, der sich von Berge bei Meschede über Brilon bis nach Adorf verfolgen läßt. Diese auch als Hauptgrünstein bezeichnete, vorwiegend pyroklastische Gesteinsserie wird im westlichen Teil der Grottenberg-Poppenberger Mulde zwischen Briloner Massenkalksattel und Ostsauerländer Hauptsattel anhand einiger Profile näher untersucht. Nach dem Auftreten feintuffitischer Zwischenmittel läßt sie sich in einzelne, jeweils verschiedenen Eruptionsphasen entsprechende Grünstein-Folgen gliedern. Die sogenannten Tuffite werden hierbei im Anschluß an LEHMANN (1941) zum größten Teil als feinkörniger Schalsteinabrieb gedeutet, der in den Ruhepausen vulkanischer Fördertätigkeit durch submarine Erosion von Tuffschwellen abgetragen wurde, sich in vorhandenen Senken ansammelte und dort mit Schiefem, Kalken und gelegentlich auch Riffdetritus der normalen marinen Sedimentation vermischte. Stellenweise lassen sich bis zu vier, durch derartige feingebänderte Sediment-Einlagerungen getrennte Förderparoxysmen nachweisen. Häufiger sind hingegen zwei oder drei Eruptionsperioden, bisweilen aber auch nur eine einzige zu erkennen. Eine der markantesten Leitschichten stellen die an Feldspat-Einsprenglingen reichen Kristallschalsteine dar. Sie bilden da, wo sie auftreten, fast durchweg den mittleren Tuff-Horizont und ermöglichen in Zusammenhang mit anderen Merkmalen eine sichere Unterscheidung der einzelnen Schalstein-Folgen des Hauptgrünsteinzuges, so daß selbst Spezialfalten und kleinere Querstörungen auskartiert werden können, auch wenn die tuffitischen Zwischenmittel fehlen.