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Tektonische Beobachtungen im Bereich von Spateisensteingängen des Wieder Bezirks (Westerwald)

Pahl, A.

Kurzfassung

Der Wieder Bezirk umfaßt einen Teil des Westerwaldes im rechtsrheinischen Schiefergebirge. Die Siegener Schichten des Unterdevons sind bretonisch gefaltet und bilden den Großsattel von Seifen-Hönningen. An seiner Südostflanke verläuft die Siegener Hauptüberschiebung. Sie bildet die Grenzfläche zu dem überschobenen Siegener Hauptsattel im Südosten. Die hydrothermalen Spateisensteingänge lassen sich zu großen Gangzügen zusammenfassen. Einer verläuft parallel zur Siegener Hauptüberschiebung in ihrem Liegenden. Die einzelnen Vorkommen liegen jeweils in einer Achsenflexur und sind außerdem an große, parallel zur Hauptüberschiebung streichende, aber steil einfallende Störungen gebunden. Diese werden am Beispiel des Vorkommens "Georg" und eines weiter südwestlich gelegenen Vorkommens untersucht. Außerdem wird die vom allgemeinen Faltenbau abweichende Südostvergenz von Spezialfalten im Bereich der Störungen behandelt. Im Gebiet des Anxbacher Gangzuges sind ebenfalls NE-SW-streichende Störungszonen bekannt (THIENHAUS, BAUER u. a.) und außerdem Überschiebungen im Gangbereich, die älter als die Gangbildung sind. Es ergibt sich folgende tektonische Altersfolge: 1. Faltung 2. Schieferung 3. Siegener Hauptüberschiebung, NE-SW-Störungszonen, Anxbacher Überschiebungen 4. Spalten- und Gangbildung 5. Junge Scherstörungen, wahrscheinlich auch Wiederbewegungen auf älteren Störungen. Sie dürften jedoch alle in einem kurzen zeitlichen Ablauf entstanden sein, wobei Überschneidungen nicht ausgeschlossen sind. Die parallel zur Siegener Hauptüberschiebung streichenden, aber steil einfallenden Störungen werden als abschiebende Ausgleichsbewegung zur Hauptüberschiebung gedeutet.