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Geologische Vergleichsstudien an Höhlen des Rheinischen Schiefergebirges

Holz, H.-W.

Kurzfassung

Vergleichende Studien an der großen Zahl von Karsthöhlen im Sauerland und im Bergischen Land ermöglichen einen Einblick in die Abhängigkeit der Speläogenese von tektonischen Elementen und von der Gesteinsbeschaffenheit. - Die Höhlenbildung nimmt ihren Anfang grundsätzlich an Klüften, die dann den Verlauf des entsprechenden Höhlenteiles bestimmen. Dort, wo in den Höhlen selber keine Klüfte beobachtet werden können, lassen sich bei einer Bestandsaufnahme des tektonischen Inventars der näheren Umgebung der Höhle stets Kluftsysteme einmessen, die in ihrem Verlauf dem der Höhlengänge entsprechen. - In den meisten Fällen erfolgte die Höhlenbildung bevorzugt an den Klüften nur eines Systems. Vor allem waren Klüfte senkrecht zum Schichtstreichen wirksam. Aber auch parallel zum Schichtstreichen verlaufende Klüfte sind häufig als Ausgangsflächen für Höhlengänge anzutreffen, während Klüfte anderen Systems nur eine untergeordnete Rolle spielen. Initialflächen für die Höhlenbildung sind neben den Klüften Störungszonen, Schichtflächen, an denen Bewegungen stattgefunden haben, sowie Auflockerungszonen im Bereich von Sattelfirsten. - Schichtgebundenheit von Höhlenräumen tritt dort auf, wo der größere Reinheitsgrad einer Kalkschicht deren bessere Löslichkeit bedingt. - Bedeutenden Anteil an der Speläogenese haben Verbruchsvorgänge an Decken und Wandungen der Höhlen. In homogenen, massigen Kalken kommt es zur Abschalung und damit zur Bildung runder Profile, während in gut geschichteten Kalken quaderförmiger Verbruch vorherrscht, der zur Bildung eckiger Profile führt.