Original paper

Zur Stratigraphie von Ordovizium und Silurium in NW-Spanien

Nollau, G.

Kurzfassung

In der südöstlichen Provinz Lugo und im Westteil der Provinz León wurden in den Jahren 1958-1961 ordovizische und silurische Schichten untersucht (W. RIEMER, Diss. Münster, 1962, G. NOLLAU, Manuskript). Zum Teil konnten Abfolgen, wie sie schon von anderen Lokalitäten NW-Spaniens beschrieben wurden, auch hier wiedergefunden und bestätigt werden; zum anderen wurden Eigentümlichkeiten dieses Gebietes festgestellt und neue Erkenntnisse in bezug auf Stratigraphie und Faziesdifferenzierung, besonders des Siluriums, gewonnen. Im Ordovizium herrscht noch weitgehend Angleichung an das NW-spanische Standardprofil: konkordanter Übergang vom Kambrium zum Ordoviz in einer klastischen Wechselfolge (Cabos-Serie) mit abschließenden Quarzitpartien. Darüber folgen Tonschiefer der tristani-Stufe. Im Übergangsbereich Quarzit/Schiefer treten Eisenerze vom Minette-Typus auf. - Eine stärkere Differenzierung in verschiedene Faziesbereiche macht sich ab höherem Ordoviz bemerkbar und setzt sich im Silur weiter fort. Sowohl im Gebirgsstreichen als auch quer zum variscischen Profil ändert sich die petrographische Ausbildung sehr rasch. Karbonatische Ablagerungen nehmen einen wesentlichen Anteil der silurischen Schichten ein. Petrographische Leithorizonte haben daher im Silurium nur für kleine Bereiche Geltung. - Biostratigraphisch bedeutsam sind Trilobitenfunde im Silurium.