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Zum Problem der Silurium/Devon-Grenze in Nordspanien

Poll, K. G.

Kurzfassung

Seit mehr als 100 Jahren waren Ablagerungen des Siluriums und des Devons Gegenstand zahlreicher Abhandlungen. Dabei ist die Grenze zwischen diesen beiden Formationen mehrfach einer Revision unterzogen worden. Die Ergebnisse dieser Überarbeitungen fielen recht unterschiedlich aus. Deshalb wurden von 1957 bis 1959 neuere Untersuchungen im Raum des Kantabrischen Gebirges durchgeführt. Bei den fraglichen Gesteinsschichten, die als "Furada-Zone" Eingang in die Literatur gefunden haben, handelt es sich um klastische Sedimente mit wechselndem Gehalt an silikatischen und oxydischen Eisenmineralien. Die gesamte Abfolge ließ sich faunistisch gut belegen und nach unten wie im Hangenden stratigraphisch eindeutig abgrenzen. Im einzelnen zeigen sich an der Basis der Furada-Schichten Graptolithen des Wenlockiums; darüber folgt Ludlowium-Fauna und in den höheren Gesteinspaketen treten Brachiopoden des unteren Gedinniums auf. Die Grenze Silurium/Devon liegt demnach in der Furada-Zone. Da sich die bearbeitete Schichtenfolge konkordant in die Ablagerungen des Hangenden und des Liegenden einfügt, hat sich die jungkaledonische Orogenese wohl kaum stärker im Bereich des Kantabrischen Gebirges ausgewirkt.