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Paläogeographie des Paleozäns in Nordwestdeutschland

Hinsch, W.

Kurzfassung

Nach Bohrunterlagen wird die Verbreitung des marinen Landenién unter der schützenden Bedeckung des Untereozän 1 in Nordwestdeutschland auskartiert. Die Südostküste hat einen relativ geraden Verlauf. Im Gegensatz dazu ist die Nordwestküste unregelmäßig und buchtenreich. Viele Buchten und Halbinseln bilden die Küste eines "Friesischen Festlandes", das in Ost- und Nordfriesland durch Bohrungen belegt werden kann und sich nach Norden bis zum westlichen Limfjord nachweisen läßt. Im Süden schließt sich eine "Emsländische Halbinsel" an, die sowohl von Osten wie von Westen durch fördenartige Buchten eingeschnürt wird. Im unteren Landénien stellt die "Wesel-Mindener-Meeresstrraße", die vom Ausbiß des Paleozäns zwischen Diepholz und Celle zum Niederrhein bei Wesel angenommen wird, die Verbindung her zwischen dem deutsch-dänischen Meeresraum und den westlichen Becken von Limburg-Thanet-Bracheux. Das Auftreten der Fazies des Sparnacien im oberen Landenden des Westens zeigt die baldige Unterbrechung der Meeresstraße an. Der Vergleich mit dem Untereozän 1 (Ypressien) zeigt die spätere Änderung der Paläogeographie mit breitem Vordringen des Meeres nach Westen und Norden und einer etwa E-W verlaufenden Südküste.